Die Internationale Raumstation ISS (Foto: dpa)

Materialexperimente auf der ISS

  29.10.2019 | 09:18 Uhr

Materialforscher der Universität des Saarlandes schicken Proben für ein Experiment zur Weltraumstation ISS. Wie die Uni mitteilte, werden mit einem unbemannten US-Raumschiff verschiedene Materialien wie Metall, Keramik und Silikon zur ISS gebracht. Allerdings wurde der für heute angekündigte Raketenstart verschoben.

Die Proben wurden von den Saarbrücker Forschern um Professor Frank Mücklich zuvor mit Lasern so bearbeitet, dass sich Bakterien darauf kaum noch ansiedeln und vermehren können. Auf der ISS soll im Rahmen der Northrop Grumman-Mission der NASA nun getestet werden, ob dieser Schutz vor Keimen auch in der Schwerelosigkeit funktioniert.

Krankheiten sollen vermieden werden

Ziel ist es, künftig Krankheiten von Astronauten auf langen Reisen durch das Weltall vermeiden zu können. Zum Einsatz kam die sogenannte Laserinterferenztechnologie, mit der auf Glas, Keramik, Silikon und Metall dreidimensionale Muster erzeugt wurden. „Diese Muster haben eine Dimension von wenigen Mikro- bis einigen hundert Nanometern und führen dazu, dass Bakterien daran weniger gut haften, sich entsprechend schlechter vermehren und weniger Biofilme ausbilden können“, erklärte Mücklich. Er und sein Team haben nach Angaben der Universität diese spezielle Lasertechnologie seit mehr als zehn Jahren entwickelt.

Ursprünglich sollte die Rakete mit den Proben heute starten. Die NASA hat jedoch in ihrem Missionsblog angekündigt, dass der Start frühestens am 2. November erfolgen soll. Nach einer dreiwöchigen Experimentierphase auf der ISS sollen die Proben quasi eingefroren und anschließend in den USA und Deutschland untersucht werden. Das Ganze ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität des Saarlandes mit der NASA und dem MIT Boston. Mit der Europäischen Weltraumagentur ESA sind 2020 und 2021 weitere Experimente geplant.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.10.2019 berichtet.

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