Die Saar-Industrie während des Krieges

Michael Schmitt/red  

Die Saar-Industrie lieferte mit Eisen, Stahl, Kohle und Koks die wichtigsten Grundstoffe zur Rüstungsproduktion. Allerdings brachen viele Arbeitskräfte weg, da diese zum Militär einberufen wurden. Sie wurden ersetzt durch Frauen und Jugendliche.

Die Industrie in der Saargegend bekam den Ausbruch des Krieges direkt zu spüren. Durch die Einberufung fehlten viele Arbeitskräfte. Zudem war oft der Nachschub an Rohstoffen unterbrochen. 

Auch brachen zum Teil die Absatzmärkte weg. In vielen Fällen musste die Produktion zunächst komplett eingestellt  werden. So hatten die Röchling-Stahlwerke fast alle Arbeiter entlassen.  Bei den Gebrüdern Stumm arbeiteten im  August 1914 noch 2500 von vormals 6000 Arbeitern. Bei der Burbacher Hütte waren noch 1000 von ursprünglich 5000 Arbeitern im Einsatz.     

Umstellung auf Kriegsproduktion                                              

Mit Eisen, Stahl, Kohle und Koks lieferte die Saar-Industrie die wichtigsten Grundstoffe für die deutsche Rüstungsproduktion. Viele Industriebetriebe produzierten in diesem Bereich.

Die fehlenden männlichen Arbeitskräfte wurden durch Frauen, Jugendliche oder auch Kriegsgefangene ersetzt. Produziert wurden Kriegsgeräte, Waffen und  Munition bzw. Teile davon. Um die große Nachfrage zu decken, gab es Massenproduktion. Viele Unternehmen produzierten Einzelteile. Waffenfabriken bauten diese zusammen. Keine der Waffenfabriken war an der Saar.       

Kriegsaufträge bestimmen die Produktion

Staatliche Stellen entschieden während des Krieges, welche Betriebe weiterhin mit Kohle und anderen Rohstoffen beliefert wurden, um die Produktion aufrecht erhalten zu können. Außerdem wurde die "Beschlagnahme" eingeführt. Die betroffenen Betriebe durften keine zivilen Aufträge mehr ausführen, sondern waren auf Kriegsaufträge angewiesen.                           

Dies waren in der Regel die Eisen- und Stahlhütten. Anderen Betrieben, wie Villeroy & Boch Wadgassen (Luxusglas) oder Glashütte Friedrichsthal wurden 1917 die Kohlelieferungen gestrichen. Werkserweiterungen während des Krieges. Während die Kohleförderung von 13 Mio. Tonnen 1913 auf 8,3 Mio Tonnen 1915 zurückging und die Produktion von Flaschenglas von 18 000 auf 5600 Tonnen sank, gab es auch Werkserweiterungen. 

So wurden bei den Röchlingschen Werken in Völklingen zwischen 1915 und 1918 vier neue Elektroöfen gebaut. Zudem begann 1915 der Bau eines bereits vor dem Krieg geplanten Martinwerks. Dort entstanden drei Siemens-Martin-Öfen mit einer Kapazität von 36 bis 42 Tonnen. Außerdem stieg der Anteil der Edelstahlproduktion während des Krieges auf zwölf Prozent.       

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