Schriftzug der Rudi-Kappés-Stiftung (Foto: SR)

Rudi-Kappés-Stiftung nicht mehr handlungsfähig

Stefan Hauch   04.07.2019 | 10:36 Uhr

Zwei Jahre nach dem Unfalltod des Fußballers und Trainers Rudi Kappés wurde 2004 die nach ihm benannte Stiftung gegründet. Ihr Ziel: bedürftige und unverschuldet in Not geratene Saarländer finanziell zu unterstützen. Mit Einnahmen, die durch Sportevents generiert werden sollten. Die Stiftung ist nicht mehr handlungsfähig, Kapital ist nicht mehr vorhanden – mutmaßlich wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Einnahmen.

Gegründet wurde die Stiftung von Freunden des 2002 bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommenen Fußballers und Trainers Rudi Kappés. Initiator war Michael Arnold, damals Vorstandsvorsitzender der Baumarktkette Praktiker und enger Freund von Rudi Kappés. Er übernahm auch den Stiftungsvorstand, später zusammen mit seiner Ehefrau Stefanie.

Video [aktueller bericht, 03.07.2019, Länge: 2:36 Min.]
Rudi-Kappés-Stiftung nicht mehr handlungsfähig

Rudi-Kappés-Stiftung nicht mehr handlungsfähig
Audio [SR 3, Stefan Hauch, 04.07.2019, Länge: 01:11 Min.]
Rudi-Kappés-Stiftung nicht mehr handlungsfähig

Nachdem alles nach Plan lief, gab es etwa ab 2015 keine Aktivitäten mehr, auch kein Stiftungskapital. Aus Unterlagen, die der SR einsehen konnte, geht hervor, dass offenbar Stiftungsgeld für private Zwecke abgezogen wurde – durch den Stiftungsvorstand und ohne erkennbaren Bezug zum Stiftungszweck. Darüber hinaus sind noch Rechnungen für Veranstaltungen offen.

Gegenüber dem SR wollte sich der Stiftungsvorstand nicht äußern. Der Stiftungsrat, Ex-Ministerpräsident Reinhard Klimmt und der Rechtsanwalt und Insolvenzexperte Franz Abel, will die Unregelmäßigkeiten zunächst nicht bemerkt haben, versucht aber unter der Federführung von Abel seit Monaten, die Konten auszugleichen. Die im Innenministerium angesiedelte saarländische Stiftungsbehörde ist informiert, erklärte aber, sie gebe der Stiftung Gelegenheit zur internen Aufarbeitung.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 03.07.2019 berichtet.

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