ÖPNV- bitte nur mit Maske (Foto: dpa/Arne Dedert)

Ist Busfahren für Schüler in Coronazeiten unbedenklich?

  22.08.2020 | 11:30 Uhr

Die erste Schulwoche im neuen Regelbetrieb ist vorbei, für erste Schulklassen hat das Gesundheitsamt wegen des Coronavirus Quarantänen angeordnet. Viele Eltern sorgen sich aber auch darum, dass ihre Kinder sich auf dem Weg zur Schule im öffentlichen Nahverkehr anstecken könnten. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Homburger Uniklinik kann diese Bedenken nicht völlig zurückweisen, trotzdem hält er das Risiko für vertretbar.

Ein ganze Stunde mit Dr. Rissland für Fragen der SR-Hörer
Audio [SR 3, Interview Christian Job / Dr. Jürgen Rissland, 22.08.2020, Länge: 12:11 Min.]
Ein ganze Stunde mit Dr. Rissland für Fragen der SR-Hörer

Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Schüler auf dem Schulweg, etwa im Schulbus, mit dem Coronavirus infizieren, sagte Dr. Jürgen Rissland im SR-Interview. Man versuche, das Infektionsrisiko durch die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zu reduzieren, als alleinige Maßnahme sei das aber nur unzureichend.

Trotzdem bewertet der Virologe die Fahrt im Schulbus nicht als "unvertretbares Risiko". Es sei deshalb auch nicht notwendig, dass die Eltern ihre Kinder generell mit dem eigenen Auto zur Schule bringen. Für viele Familien sei der Schulbus auch alternativlos. Man müsse stattdessen mit den entsprechenden Rahmenbedingungen konsequent umgehen.  

Maske tragen und Abstand halten

Die Mund-Nasen-Bedeckung sei eine "vernünftige Maßnahme" – unter anderem auch, weil sie die Frist, in der man sich bei nahem Kontakt infizieren kann, deutlich verlängere. Ohne Maske könne bereits ein 15-minütiger Kontakt für eine Übertragung ausreichen. Wichtig sei es, die Schüler dazu anzuhalten, die Maske richtig zu tragen.

"Das wäre das Wichtigste. Abstand halten, soweit das geht, wäre sicherlich ein zweiter Punkt", rät der Virologe. Außerdem sollte die Zeit, die die Schüler eng gedrängt im Bus verbringen, möglichst kurz gehalten werden. Jede Familie müsse dabei selbst entscheiden, wie sich diese Bausteine im individuellen Schulweg des Schülers umsetzen lassen.

Mehrere Klassen in Quarantäne

In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien sind wegen des Coronavirus bereits sieben Klassen in Quarantäne geschickt worden – unter anderem im Regionalverband, in Homburg und in Bexbach. Der erste Fall war am Dienstag in einer Völklinger Gemeinschaftsschule aufgetreten.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle vom 22.08.2020.

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