Wespennest an einer Decke (Foto: IMAGO / Steffen Schellhorn)

Was bei einem Wespen- oder Hornissennest im Garten zu tun ist

Tabea Prünte   10.07.2022 | 09:29 Uhr

Wespen, Bienen und Hornissen gelten als geschützte Arten. Ihre Nester dürfen daher nur unter bestimmten Voraussetzungen entfernt werden. Wir haben Tipps, was zu tun ist, wenn man ein Nest bei sich Zuhause entdeckt.

Gerade im Sommer können Wespen, Bienen oder Hornissen den entspannten Abend auf der Terrasse ordentlich aus der Ruhe bringen – noch mehr sogar, wenn dann ein ganzes Nest entdeckt wird.

Laut Nabu Landesverband Saarland gibt es in diesem Jahr besonders viele von den kleinen Tierchen. Das liege an dem frühen und warmen Sommer sowie der Trockenheit – für die Tiere "ideale Bedingungen", erklärt Christine Steiner vom Nabu. "Die Wespen können sich unter diesen Bedingungen sehr stark vermehren."

Feuerwehr nicht für Nest-Entfernung zuständig

Viele Betroffene, die bei sich im Garten ein Nest finden, würden sich zunächst bei der Feuerwehr melden, teilt die Feuerwehr Homburg mit. Dabei ist diese grundsätzlich gar nicht für die Entfernung von Wespennestern zuständig. Stattdessen sollte man sich an örtliche Imker oder ökologisch arbeitende Schädlingsbekämpfer wenden.

Generell werde die Feuerwehr nur dann tätig, wenn eine konkrete Gefahr vorliegt. Die Feuerwehr kann dann einen Absperrbereich in der Nähe des Nestes einrichten. Weitere Maßnahmen werden dann mit den betroffenen Personen besprochen.

Wespen und Hornissen zählen zu geschützten Arten

Außerdem ist es nur unter bestimmten Bedingungen überhaupt erlaubt, ein Wespen-, Bienen- oder Hornissennest zu entfernen. Denn wie alle wildlebenden Tiere zählen sie laut Bundesnaturschutzgesetz zu den geschützten Arten. Ein Verstoß gegen die Vorschriften kann als Ordnungswidrigkeit gelten und mit einem Bußgeld geahndet werden.

In Not- und Ausnahmefällen dürfen Nester entfernt werden. Das gilt zum Beispiel für Nester an Krankenhäusern, Kindergärten oder Seniorenheimen.

Bei Nestern bei Privatpersonen geht der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands saarländischer Imker, Helmut Kiefer, vorsichtig vor. Er bekomme täglich Anrufe von Betroffenen, die ein Nest bei sich entdecken, dürfe aber selbst wenig dagegen tun.

Umsiedeln möglich

Auch der BUND verweist darauf, dass man sich am besten mit den Tieren arrangieren sollte, statt sie zu entfernen. Insektengitter helfen für solche Fälle, damit die Tiere nicht mehr ins Haus kommen und im Freien sollten Speisen und Getränke abgedeckt werden. Auch Zitronenscheiben, die mit Gewürznelken gespickt sind, halten laut BUND Wespen fern.

Wenn ein Nest Menschen gefährdet, sei es aber in jedem Fall sinnvoller sie umzusiedeln, statt sie zu vergiften. Dafür seien aber Expertinnen und Experten zuständig, auch der BUND Saar verweist hier auf Schädlingsbekämpfer. Informationen gebe es bei den örtlichen Naturschutzbehörden.

Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen und Co.

Selbst für den Fall, dass sich ein Wespen- oder Hornissennest in unmittelbarer Nähe zum Haus befindet, besteht kein Grund zur Panik. Meist stirbt das Wespenvolk auf natürliche Weise ab, erklärt der Wehrführer der Homburger Feuerwehr Peter Nashan. Oftmals seien die Tiere bis Ende August wieder verschwunden.

Für den richtigen Umgang mit den geschützten Arten gibt die Feuerwehr folgende Tipps:

  • Heftige Bewegungen sowie Bodenerschütterungen, wie zum Beispiel beim Rasenmähen, sollten Sie im Abstand von zwei bis drei Metern zum Nest vermeiden.
  • Die Flugbahn sollten Sie im unmittelbaren Umkreis des Nestes nicht verstellen.
  • Kleinkinder sollten Sie vom Nest fernhalten, zum Beispiel mit Hilfe einer niedrigen Absperrung.
  • Sie sollten weder mit Gegenständen auf das Nest einstechen, noch mit einem Wasserschlauch versuchen, die Tiere zu vertreiben.
  • Die Nester nicht abbrennen - davon geht eine erhöhte Brandgefahr aus.
  • Insektenbekämpfungsmittel sollten Sie nicht einsetzen.
  • Bei allergischen Reaktionen nach einem Stich oder anderen Notfällen sollten Sie den Rettungsdienst oder die Feuerwehr über den Notruf 112 rufen.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Seite des Nabu Landesverbands Saarland oder des Landesverbands Saarländischer Imker.

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