Justitia, Symbol für Gerechtigkeit (Foto: dpa)

80-Jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht

  18.01.2021 | 07:03 Uhr

Ein 80 Jahre alter Rentner muss sich ab heute wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Der Mann soll im September vergangenen Jahres in der SHG-Klinik Merzig versucht haben, seine Ehefrau mit einer Schreckschusspistole zu töten. Die 77-Jährige erlitt lediglich leichtere Verletzungen.

Der 80-Jährige war morgens gegen 10.00 Uhr in der Schleuse der Notaufnahme der Klinik erschienen, bedrohte die Rettungssanitäter mit einer Schusswaffe und feuerte dann auf seine Frau. Zwei Schüsse aus der Schreckschuffwaffe - einen in den Mund, den zweiten nahe des Ohrs. Die demente und schwer erkrankte 77Jährige erlitt lediglich Verbrennungen im Rachenraum, musste am Ohr genäht werden.

Ehemann wollte Versprechen einlösen

Sie sollte von den Sanitätern in ein Pflegeheim gebracht werden, in dem sie zwischenzeitlich verstorben ist - nicht an den Folgen der Schussverletzungen. Nach der Tat kam der 80-Jährige für zwei Wochen in Untersuchungshaft. Er habe seiner Ehefrau das Pflegeheim ersparen wollen, man habe sich versprochen, den jeweils anderen nicht leiden zu lassen.

Der Fall bringt selbst erfahrene Strafverfolger ins Grübeln, zeigt wie schmal der Grat zwischen Recht und Gerechtigkeit ist. Das Urteil soll schon heute gesprochen werden - vermutlich eine Bewährungsstrafe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.01.2012 berichtet.

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