Eine Frau steht im Eingangsbereich eines Bordells (Foto: dpa)

Bordellbetreiberin steckte Korruptionsfall durch

Thomas Gerber   15.11.2019 | 08:26 Uhr

Der mutmaßliche Korruptionsfall beim Saarbrücker Gesundheitsamt ist durch den Hinweis einer Bordellbetreiberin aufgeflogen. Sie hatte sich an den Regionalverband gewandt, nachdem der Verdächtige ihr Hilfe bei ihren Anträgen anbot.

Kollegengespräch: "Geld für wohlwollende Prüfungen"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Thomas Gerber, 14.11.2019, Länge: 02:58 Min.]
Kollegengespräch: "Geld für wohlwollende Prüfungen"

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo sagte dem SR, die Dame habe sich 2018 an den Regionalverband gewandt, nachdem bei ihr ein Mann aufgetaucht war und vorgab, gute Kontakte zum zuständigen Sachbearbeiter im Gesundheitsamt zu haben. Er könne gegen Honorar dafür sorgen, dass ihre Anträge gemäß Prostitutionsgesetz in ihrem Sinne bearbeitet würden.

Aufgrund des Hinweises habe man die Polizei eingeschaltet, die dann nach SR-Informationen unter anderem mit Hilfe von Telefonüberwachungen auf die Spur des am Donnerstag festgenommenen Sachbearbeiters kam. Auch dessen Komplize sitzt seit Donnerstag wegen des Verdachts der Bestechung sowie des Drogenhandels in Untersuchungshaft.

Die beiden sollen gegen mehrere Tausend Euro Honorar Bordellbetriebe beim Ausfüllen von Genehmigungsformularen beraten und für eine "wohlwollende" Prüfung der Anträge gesorgt haben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.11.2019 berichtet.

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