Alsbach -Hochwasser in Marpingen (Foto: SR/Markus Person)

Mehr als 70 Einsätze wegen Starkregen

  04.01.2022 | 20:07 Uhr

Starker Regen hat die Pegel der - vor allem kleineren - Bäche und Flüsse im Saarland am Dienstag steigen lassen. Schwerpunkte waren bis zum Abend die Mitte und der Norden des Landes. Insgesamt gab es im Laufe des Tages über 70 Feuerwehreinsätze.

Bedingt durch die starken Regenfälle seit dem späten Montagnachmittag sind die Pegel der Bäche und Flüsse am Dienstag angestiegen, vor allem im Norden des Saarlandes. Innerhalb von 48 Stunden sind laut dem ARD-Wetterkompetenzzentrum örtlich zwischen 20 und 50 Liter Regen gefallen.

Video [aktueller bericht, 04.01.2022, Länge: 2:58 Min.]
Starkregen verursacht mehr als 70 Einsätze im Saarland

Die Pegel im Oberlauf von Nahe, Prims und Blies sinken laut aktuellem Hochwasserlagebericht seit Dienstagabend bereits, an der mittleren Prims stehe die Scheitelbildung unmittelbar bevor. Dann sinken auch dort die Wasserstände.

An der unteren Prims, unteren Blies und Nied werden die Wasserstände wohl erst noch leicht ansteigen und erst später stagnieren. Dort wird mit einem langsamen Absinken in der Nacht zu Mittwoch gerechnet.

Vollgelaufene Keller und gesperrte Landstraßen

Die Führungs- und Lagezentrale verzeichnete bis zum Abend über 70 Einsätze - von überfluteten Straßen bis hin zu vollgelaufenen Kellern. Die Lage sei aber insgesamt eher "ruhig". Schwerpunkt der Einsätze war in den Kreisen Saarlouis, Merzig-Wadern und Sankt Wendel.

Video [aktueller bericht, 04.01.2022, Länge: 2:43 Min.]
SR-Reporterin Lisa Betzholz-Weber über die Starkregen-Situation im Saarland

In Marpingen stand ein AWO-Pflegeheim kurz vor der Evakuierung. Dort konnte aber inzwischen Entwarnung für die rund 40 Bewohner gegeben werden.

Kein "größeres Hochwasser" an Saar und Mosel erwartet

Für die größeren Flüsse, Saar und Mosel, erwartet das ARD-Wetterkompetenzzentrum ein zweijähriges Hochwasser - und damit also kein "größeres Hochwasser". Vorübergehend könnte aber die Schifffahrt eingestellt werden.

Wasserstandsanzeiger (Foto: picture alliance/dpa | Fabian Strauch)
An Saar und Mosel erwarten Wetterexperten kein "größeres Hochwasser"

Laut Hochwasserlagebericht werden die Wasserstände bis Mittwochnachmittag in der Saar weiter steigen. Das Erreichen der kritischen Marke von 380 cm sei in St. Arnual nicht ausgeschlossen, das bedeute eine geringe Wahrscheinlichkeit.

Für Saarbrücken sei die Lage derzeit schwieriger abzuschätzen, da das Wasser aus Frankreich erst verzögert einläuft, bis dahin das meiste Wasser aus der Blies aber bereits abgelaufen sein könnte.

Auf französischer Seite gilt für die Saar nach Angaben des staatlichen Informationsdienstes Vigicrues zwischen Sarrebourg und Saargemünd die Warnstufe gelb. Die Höchststände werden in der Nacht zum Mittwoch erwartet.

"Hier in Schmelz sieht man das Hochwasser schon sehr deutlich"
Audio [SR 3, Markus Person, 04.01.2022, Länge: 02:50 Min.]
"Hier in Schmelz sieht man das Hochwasser schon sehr deutlich"

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.01.2022 berichtet.

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