Eine Saisonarbeitskraft sticht auf der Anbaufläche des Tannenhof Spargel.  (Foto: picture alliance/Andreas Arnold/dpa)

Erntehelfer dürfen doch einreisen

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   02.04.2020 | 18:38 Uhr

Das Einreiseverbot für Erntehelfer wird gelockert. Im April und Mai dürfen je 40.000 Saisonarbeiter unter Auflagen einreisen. Der saarländische Bauernverband und Umweltminister Jost begrüßen die Entscheidung.

Die Betriebe müssen die Erntehelfer am Flughafen abholen und sie anschließend getrennt von anderen Beschäftigten unterbringen. Darauf haben sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geeinigt.

Erleichterung für die Landwirtschaft

Beim saarländischen Bauernverband kommt der Kompromiss gut an. Geschäftsführer Hans Lauer spricht von einem positiven Signal für Ernte und Aussaat.

Auch der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz und saarländische Minister Reinhold Jost (SPD) begrüßt die Entscheidung. Die Möglichkeit, dass wieder Erntehelfer unter strengen Auflagen einreisen dürfen, sei eine große Erleichterung für die Landwirtschaft. Derzeit fehlte es an routinierten Saisonarbeitern, die auch viel Erfahrung und fachliche Kenntnisse mitbrächten.

"Wenn die Einreise-Vereinbarungen jetzt greifen, können Obst und Gemüse ohne Verluste geerntet werden," so Jost. Für die Saisonarbeiter müssten allerdings die strengen Gesundheitsauflagen beachtet werden.

Vorarbeiter fehlen wegen Einreiseverbot

Inwieweit auch Landwirte im Saarland von der neuen Regelung profitieren, ist allerdings offen. Die Erntehelfer müssen eingeflogen werden und dürfen dann 14 Tage lang den Hof nicht verlassen.

Mark Bernauer von Erdbeerland in Heusweiler ist noch skeptisch. Dem SR sagte er, die Entscheidung komme zwei Wochen zu spät. In Rumänien gelte jetzt ein Flugverbot. Man könne keine Flüge für Erntehelfer buchen. Deshalb sei seine Hoffnung verhalten, dass er tatsächlich weitere Mitarbeiter aus Rumänien einsetzen könne.

Nach wie vor fehlen dem Landwirt wichtige Vorarbeiter, die seit vielen Jahren die Arbeit auf dem Feld koordinieren. Sie konnten wegen des verhängten Einreiseverbots bisher nicht ins Saarland kommen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 02.04.2020 berichtet

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