Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens. (Foto: dpa)

Razzia gegen mutmaßliche Schleuser

  24.10.2019 | 12:44 Uhr

Die Polizei hat heute in mehreren Bundesländern - darunter auch im Saarland - eine groß angelegte Durchsuchungsmaßnahme durchgeführt. Im Fokus steht die organisierte Schleuserkriminalität.

Knapp 400 Beamte waren an dem Großeinsatz beteiligt, teilte die Trierer Staatsanwaltschaft mit. Der Schwerpunkt lag in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch im Saarland gab es eine Durchsuchungsaktion. Insgesamt wurden bei der Razzia zwei Haftbefehle vollstreckt. Wegen der "erhöhten Gefährdung" waren bei der Festnahme nach Angaben der Bundespolizei auch Spezialisten der GSG 9 im Einsatz.

Libanesischer Familienclan im Fokus

Die Ermittlungen richten sich hauptsächlich gegen die Mitglieder eines libanesischen Familienclans. Ihnen wird das gewerbs- und bandenmäßige Einschleusen von Ausländern vorgeworfen. Mithilfe gefälschter Visa soll es den Beschuldigten in zahlreichen Fällen gelungen sein, die geschleusten Personen durch die Passkontrollen am Flughafen Beirut zu bringen, und sie auf unterschiedlichen Flugrouten nach Deutschland und in die Niederlande auszufliegen. Die Einreisen erfolgten über die Flughäfen Frankfurt am Main, Düsseldorf, München, und Amsterdam.

Kollegengespräch: "4000 bis 12.000 Euro kosteten die Schleusungen pro Person"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Simin , 24.10.2019, Länge: 02:52 Min.]
Kollegengespräch: "4000 bis 12.000 Euro kosteten die Schleusungen pro Person"

Zudem gibt es Hinweise auf weitere Straftaten, insbesondere Eigentumsdelikte. So sollen die Tatverdächtigen an Einbruchs- und Ladendiebstählen im Raum Bitburg beteiligt gewesen sein. Des Weiteren besteht gegen ein Mitglied der libanesischen Familie und einen Mitarbeiter einer Verwaltungsbehörde aus der Region der Verdacht der Bestechung bzw. der Bestechlichkeit.

Ermittlungen gegen Polizisten

Auch ein Polizeibeamter aus der Region Trier steht im Fokus der Ermittler. Er soll auf Bitten des Familienclans über seinen dienstlichen Zugang zu dem Zentralen Verkehrs-Informationssystem des Kraftfahrtbundesamt Halteranfragen durchgeführt und deren Ergebnisse mitgeteilt haben. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Verletzung von Privatgeheimnissen ermittelt.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.10.2019.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja