Polizeiwagen (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Razzia gegen Schleuser in Saarbrücken und Homburg

  10.07.2019 | 16:41 Uhr

Bei einem Großeinsatz wegen des Verdachts auf Schleuserei und Urkundenfälschung am Mittwochmorgen hat die Bundespolizei zeitgleich Wohnungen und Geschäftsräume im Saarland und in Rheinland-Pfalz durchsucht. Im Saarland waren ein Nagelstudio in Homburg und eine Wohnung in Saarbrücken im Visier der Ermittler.

Die beiden Hauptverdächtigen sollen Vietnamesen illegal nach Deutschland gebracht und mit gefälschten bulgarischen Dokumenten in Nagelstudios beschäftigt haben. Auf die Spur hatte die Beamten ein Hinweis des Gewerbeamtes Saarbrücken gebracht. Bei Kontrollen der Nagelstudios waren viele mutmaßliche Bulgaren aufgefallen, die ein eher asiatisches Äußeres hatten.

Durchsucht wurden 16 Wohnungen und Geschäftsräume in Saarbrücken, Homburg, Kaiserslautern, Pirmasens und Neustadt an der Weinstraße. Die beiden Hauptverdächtigen, ein 49 Jahre alter Vietnamese und ein 36-jähriger Bulgare, seien angetroffen und vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie sollen danach wieder auf freien Fuß kommen, da sie einen festen Wohnsitz in Rheinland-Pfalz haben. Insgesamt durchsuchte die Polizei Räume von sieben Beschuldigten und stellte dabei umfangreiches Beweismaterial sicher.

18 mutmaßlich Eingeschleuste angetroffen

Im Einsatz waren 104 Beamte, darunter Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, die speziell geschult und in der Regel mit Maschinenpistolen bewaffnet sind. Dabei seien 18 Personen – neun Frauen und neun Männer – angetroffen worden, die wohl eingeschleust worden waren und in den Nagelstudios zu niedrigen Löhnen arbeiten mussten, um die Kosten dafür abzubezahlen. Sie seien zur Identitätsfeststellung vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, so der Sprecher.

Die Menschen würden anschließend wohl in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht und „in die Legalität überführt werden“. So solle verhindert werden, dass sie – wie es wahrscheinlich bisher der Fall gewesen sei – ausgebeutet werden. Gegen sie wird außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts geführt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 10.07.2019 berichtet.

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