Ein Warnschild weist auf Radioaktivität hin (Foto: dpa/Jens Büttner)

Radonmessungen bislang ohne Extremwerte

  02.07.2020 | 15:55 Uhr

Die Bodenmessungen auf das radioaktive Gas Radon sind im Saarland etwa zur Hälfte abgeschlossen. Laut Umweltministerium liegen die Ergebnisse größtenteils im bundesdeutschen Durchschnitt. Aber es gibt auch Abweichungen nach oben.

Rund 80 Messpunkte seien saarlandweit bestimmt worden, teilte das Umweltministerium mit. Es seien Stellen ausgewählt worden, die aufgrund ihrer geologischen Struktur eine erhöhte Radonkonzentration im Boden erwarten ließen. 46 dieser Messpunkte seien inzwischen beprobt.

"Was wir zum jetzigen Zeitpunkt bereits sagen können: Die Ergebnisse der bislang 46 Bodenmessungen entsprechen zum großen Teil den Vorhersagen der aktuellen Radonprognosekarte, die auf früheren Messwerten basieren", sagte Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Aus älteren Messvorhaben lägen etwa 113 über das Saarland verteilte Messwerte der Radonaktivitätskonzentration im Boden vor. Diese seien allerdings zur Ausweisung von Vorsorgegebieten unzureichend.

Höhere Aktivitäten im Nohfeldener Becken und im Bliesgau

Geologisch betrachtet lägen die Werte im Saarland generell im bundesdeutschen Durchschnitt, teilte das Ministerium mit. Extrem hohe Messwerte, wie sie in Teilen des Schwarzwaldes oder im Erzgebirge zu finden seien, gebe es im Saarland nicht. In den allermeisten Fällen liege der Mittelwert der Messergebnisse in der Bodenluft unter 30.000 Bq/m³ (Becquerel pro Kubikmeter).

Höhere Aktivitäten wurden im Nohfeldener Becken und in Gegenden mit Muschelkalk (Bliesgau, Perl) mit Medianen von 62.000 Bq/m³ bzw. 68.000 Bq/m³ festgestellt. Vereinzelte Messergebnisse im Bliesgau lägen auch oberhalb von 100.000 Bq/m³. Solche erhöhten Werte seien aber die Ausnahme.

Solide Datengrundlage im Herbst

Erste Ergebnisse aus dem Raumluft-Messprogramm in Wohngebäuden werden dem Ministerium zufolge voraussichtlich zum August aus den einzelnen Gemeinden vorliegen. Rund 1330 Teilnehmer aus privaten Haushalten und mehr als 600 Teilnehmer aus öffentlichen Gebäuden wie z.B. Schulen, Kitas und Rathäusern hatten daran teilgenommen.

Die Rücklaufquote habe bei den Privathaushalten über 90 Prozent gelegen, aus öffentlichen Gebäuden habe es etwa 150 Rücksendungen gegeben. "Weitere Rücksendungen von Messgeräten erwarten wir Ende August, sodass im Herbst 2020 eine solide Datengrundlage zur Radonsituation im Saarland verfügbar sein wird", sagte Jost.

Gesetzliche Vorgaben

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Ist es in höheren Konzentrationen in der Atemluft vorhanden, so erhöht es das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Nach dem Strahlenschutzgesetz müssen die Bundesländer bis zum 31. Dezember ermitteln, in welchen Gebieten eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist. Bisher gibt es im Saarland nicht genug Messdaten, um Radonvorsorgegebiete ausweisen zu können. Dazu ist das Saarland aber gesetzlich verpflichtet.

Über dieses Thema wurde auch in der SR-Sendung "aktueller bericht" am 02.07.2020 berichtet.

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