Ein Warnschild, die vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen warnt (Foto: picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Sechs Gemeinden haben erhöhte Radon-Werte

mit Informationen von Markus Person   20.11.2021 | 10:13 Uhr

Nach anderthalb Jahren Radon-Messkampagne im Saarland hat das Umweltministerium die Ergebnisse vorgestellt. Auffällig hohe Werte des krebserregenden Gases wurden in Merchweiler, Nohfelden, Blieskastel, Oberthal, Perl und Gersheim festgestellt.

Etwa ein Fünftel aller Todesfälle durch Lungenkrebs führt die Wissenschaft auf das geruchslose Edelgas Radon zurück. Seit Ende letzten Jahres sind die Bundesländer verpflichtet, so genannte Radon-Vorsorgegebiete auszuweisen - also Gebiete, in denen es ein erhöhtes Vorkommen des Gases gibt.

Im Saarland gab es deshalb eine landesweite Messkampagne in Privathaushalten und öffentlichen Gebäuden. Daran haben sich nach Angaben des Umweltministeriums rund 1097 Privathaushalte beteiligt. Außerdem haben 408 von 600 angeschriebenen Trägern öffentlicher Gebäude mitgemacht.

29 Gebäude lagen über dem Grenzwert

Das Ergebnis: In nur 20 Privathäusern lagen die Messwerte über dem gesetzlich festgeschriebenen Grenzwert für das radioaktive Edelgas von 300 Bequel pro Kubikmeter Luft. Bei den öffentlichen Gebäuden - hauptsächlich Schulen und Kitas - sind es neun Gebäude.

Auffällig hohe Radonwerte gibt es nach Ministeriumsangaben in den sechs saarländischen Gemeinden Merchweiler, Nohfelden, Blieskastel, Oberthal, Perl und Gersheim. Die Ergebnisse der Nachmessungen werden im ersten Quartal nächsten Jahres erwartet.

Maßnahmen können Belastung senken

Sollten die Werte dort dann weiterhin zu hoch liegen, müsste das Land die Gebiete als "Radon-Vorsorgegebiete" ausweisen und nach der auf Bundesebene geregelten Strahlenschutzverordnung besondere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einleiten.

Schon jetzt haben die Betroffenen laut Ministerium Unterstützungsangebote erhalten, wie etwa die Beratung durch Fachpersonen. Diese könnten helfen, geeignete Maßnahmen zu finden, um die Belastung zu senken. Umweltminister Reinhold Jost: "Das kann von einfachem, regelmäßigen Stoßlüften, insbesondere im Kellerbereich, bis zu technischen Maßnahmen wie einer Absauganlage oder einer Umwälzpumpe gehen."

Über dieses Thema hat auch die Region am Nachmittag auf SR 3 am 19.11.2021 berichtet.

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