Aufräumarbeiten nach Chemikalienfund (Foto: Becker&Bredel)

Dudweiler Chemiker hatte radioaktives Material im Haus

  14.02.2019 | 11:03 Uhr

Bei der Entrümpelung des Hauses eines verstorbenen Chemikers in Dudweiler haben Landesbeamte radioaktives Material gefunden. Wie das Umweltministerium bestätigt, hatte der Mann ein privates Labor eingerichtet.

Bei den Stoffen, die sich in einer Gartenlaube und im Keller befanden, habe es sich hauptsächlich um natürliche Uranverbindungen gehandelt, berichtete die Saarbrücker Zeitung. Der Mann habe in den 1980er Jahren an der Universität des Saarlandes gearbeitet und dort Zugang zu den Materialien gehabt, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums dem SR.

Keine Gefahr für Anwohner

"Es bestand keine Gefahr für die Umwelt"
Audio [SR 1, (c) SR, 14.02.2019, Länge: 01:19 Min.]
"Es bestand keine Gefahr für die Umwelt"

Das gefundene Material sei inzwischen fachgerecht entsorgt. Da in dem Haus chaotische Verhältnisse herrschen, könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es noch weitere Funde gibt, so die Sprecherin. Für Nachbarn und Umwelt sei von den Stoffen keine Gefahr ausgegangen. Die gemessenen Strahlungswerte hätten sich im Bereich "natürlicher Hintergrundstrahlung" befunden.

Das Umweltministerium war vom Nachlassverwalter des Mannes, der wohl an einer Sepsis gestorben ist, kontaktiert worden. Dieser hatte keine Fachfirma gefunden, die das Material entsorgen wollte. Für die Kosten, die im unteren fünfstelligen Bereich liegen sollen, geht das Ministerium in Vorleistung. Es hat Strafanzeige gestellt.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 14.02.2019 berichtet.

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