Ein leeres Klassenzimmer (Foto: dpa/Sven Hoppe)

Corona-Quarantäne an fast jeder dritten Schule

  04.12.2020 | 12:50 Uhr

Im Saarland ist fast jede dritte Schule von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. Für etwa zwei Prozent aller Schüler gilt derzeit eine Quarantäne-Anordnung. Die Infektionszahlen sind im Vergleich zur Vorwoche wieder etwas gestiegen.

An den Schulen im Saarland sind nach Angaben des Bildungsministeriums derzeit 153 Coronainfektionen gemeldet, davon 137 bei Schülern. Vor einer Woche waren es 90 Schüler und zehn Lehrkräfte.

Derzeit sind etwa 2500 der insgesamt rund 120.000 Schüler und etwa 80 von insgesamt 9400 Lehrkräften nach Coronafällen in Quarantäne. Die Fälle verteilen sich auf 100 der insgesamt 316 Schulen im Saarland. Betroffen sind unter anderem 38 Gemeinschaftsschulen, 24 Grundschulen, 17 Gymnasien, 14 Berufsschulen und fünf Förderschulen. Das Bildungsministerium veröffentlicht regelmäßig Zahlen zum Stand der Infektionen und Quarantänemaßnahmen auf der Seite corona.saarland.de.

Über Quarantäne wird im Einzelfall entschieden

Anders als noch Mitte November - damals waren etwa 4000 Schülerinnen und Schüler und rund 500 Lehrkräfte in Quarantäne - wurden im Saarland zuletzt nach einem Coronafall an einer Schule nicht mehr unbedingt ganze Klassen in Quarantäne geschickt. Nach Angaben der Landkreise prüften die Gesundheitsämter individuell die Kontaktsituation vor Ort. Dabei seien mit den Schulleitungen auch Sitzpläne, Anwesenheitslisten und Klassenbucheinträge besprochen worden. Im günstigsten Fall wurden bei Einhaltung aller Hygieneregeln nur einzelne Kontaktpersonen, etwa direkte Banknachbarn, in Quarantäne geschickt.

Bei der Entscheidung, wer als Kontaktperson ersten Grades gilt und entsprechend in Quarantäne muss, orientieren sich die Gesundheitsämter an den Empfehlungen des RKI. In bis zu 14-tägige Quarantäne muss demnach zum Beispiel, wer länger als 15 Minuten engen Kontakt zu Infizierten hatte oder wer sich länger in einem Raum mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten hat.

Fünf Tage Isolation statt 14-tägiger Quarantäne?

Ende November hatten sich die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel bei Beratungen auf eine Änderung der Kontrollstrategie an Schulen verständigt. Demnach sollten positiv getestete Schülerinnen und Schüler und ihre Kontaktpersonen - in der Regel die Schulklasse - in eine sofortige fünftägige "Clusterisolation". Nach Ablauf der fünf Tage sollten alle Betroffenen getestet werden, wer negativ ist, dürfe wieder in die Schule.

Nachdem aber das Robert-Koch-Institut explizit darauf verweist, dass seine ursprüngliche Einschätzung und entsprechende Empfehlungen zum Kontaktpersonenmanagement weiterhin Bestand haben, ist im Saarland der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz bisher nicht umgesetzt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums soll die Teststrategie zwar angepasst werden, letztlich sollen aber weiterhin die Gesundheitsämter über Quarantäneanordnungen und die jeweilige Dauer individuell entscheiden.

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