Das Künstlerkollektiv Pussy Riot (Foto: dpa)

Pussy Riot in Saarbrücken

Patrick Wiermer   17.07.2018 | 21:30 Uhr

Das russische Künstlerkollektiv Pussy Riot war am Dienstag in Saarbrücken zu Gast. Mittags hat haben sich Maria Aljochina und Nastya Awott in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Am Abend trat das Kollektiv dann mit einer Performance in der Saarbrücker Garage auf.

Kultur
"In The Cut" in der Saarbrücker Stadtgalerie
Die Kunstgeschichte kennt viele Werke von Künstlern, die den Blick auf den weiblichen Körper richten. In "In the Cut - Der männliche Körper in der feministischen Kunst" dreht die Stadtgalerie Saarbrücken den Spieß um.

Das Konzert fand im Rahmen der Ausstellung "In The Cut" in der Saarbrücker Stadtgalerie statt. Pussy Riot zählt zu den bekanntesten Kritikern des Putin-Russlands. Mitglieder der Gruppe sollen nach eigener Aussage für den Flitzer-Protest während des WM-Finales am Sonntag verantwortlich sein.

Das Kollektiv erhielt 2012 weltweite Aufmerksamkeit und Solidarität nach einer Performance in einer Moskauer Kathedrale unter dem Titel "A Punk Prayer". Mehrere Mitglieder wurden dabei verhaftet und mussten zum Teil einige Zeit in russischen Straflagern verbringen. Darunter auch Maria Aljochina, die zu Besuch in Saarbrücken ist.

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass Russland die Pussy Riot Mitglieder entschädigen müsse, ist für sie späte Genugtuung. Das Urteil zeige vor allem, dass der Prozess ungerecht gewesen und fundamentale Rechte verletzt worden seien.

Video [aktueller bericht, 18.07.2018, Länge: 3:40 Min.]
Pussy Riot in Saarbrücken

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Gruppe "Pussy Riot" in Saarbrücken
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 17.07.2018, Länge: 02:47 Min.]
Gruppe "Pussy Riot" in Saarbrücken

From Russia with love, frei übersetzt Liebesgrüße aus Moskau. Das schrieb Pussy Riot in das Goldene Buch. Das ist auch als politische Botschaft zu verstehen. Die WM in Russland sei auch benutzt worden, um Zitat unmenschliche Gesetze voranzutreiben, sagte Maria Aljochina. Die Protestaktion beim WM-Finale sei zudem ein Zeichen gegen die wöchentlichen Prozesse gegen Künstler, Aktivisten und Oppositionelllen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.07.2018 berichtet.

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