Frau vor Computerbildschirm, Kopf auf Hände gestützt (Foto: dpa picture alliance)

Mehr Studenten nutzen psychologische Beratung

Sandra Schick   16.10.2018 | 09:51 Uhr

Kommende Woche feiert die Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle (PPB) des Studentenwerks im Saarland ihr 50-jähriges Bestehen. Über die Jahre ist die Zahl der Personen, die beraten wurden, stark gestiegen: Seit 1992 hat sie sich verdoppelt. Die Themen, mit denen die Studenten in die Beratung kommen, sind hingegen sehr konstant.

Die Zahl der Studenten, die den Psychologischen Dienst des Studentenwerks in Anspruch nehmen, steigt seit Jahren kontinuierlich an. Wurden 1996 noch 272 Personen in Einzelgesprächen beraten, so waren es 2011 schon 425 und 2017 insgesamt 595.

Für diesen starken Anstieg gibt es eine Vielzahl von Gründen, berichtet die Leiterin des Psychologischen Dienstes, Ulrike Linke-Stillger, im Gespräch mit SR.de. Letztlich könne man aber nur Hypothesen aufstellen. Ein Grund sei möglicherweise, dass die Akzeptanz, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, heute höher sei als früher. Außerdem gebe es eine Vielzahl von weiteren möglichen Ursachen. "Das können zum Beispiel Voraussetzungen sein, die im Zusammenhang mit der schulischen Ausbildung stehen. Auch Studiengegebenheiten können eine Rolle spielen, sowohl struktureller wie inhaltlicher Natur."

Mehr ausländische Studierende in der Beratung

Eine weitere interessante Tendenz: Heute kommen deutlich mehr Studenten in die Beratung, die nicht deutschsprachig sind. Ulrike Linke-Stillger: "Wir bieten auch Beratungen in Englisch, Französisch und Spanisch an." Im vergangenen Jahr hätten insgesamt 48 Studenten von dem Angebot einer englischsprachigen Beratung Gebrauch gemacht. Die Therapeuten stellt eine solche Beratung vor besondere Herausforderungen, erzählt Linke-Stillger. Beispielsweise würden in manchen Kulturen besondere Metaphern für bestimmte psychologische Probleme benutzt.

Kaum Veränderung bei der Altersstruktur und den Themen

Die Themen, mit denen Studenten in die Beratungsstelle kommen, sind über viele Jahre immer die gleichen. Die "Dauerbrenner" sind Prüfungsängste und Lern- und Arbeitsstörungen, aber auch Zeitmanagement und Studienwahl werden von den Studenten häufig genannt. Allerdings haben "die meisten Leute, die zu uns kommen, sowohl studienbezogene als auch persönliche Probleme," erklärt Ulrike Linke-Stillger. Die häufigsten Beschwerden persönlicher Natur sind: Identitätsprobleme, Probleme mit den Eltern sowie Ängste und depressive Verstimmungen.

Die Beratungsstelle können alle Studierenden und Bedienstete der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Anspruch nehmen. Ihr Service ist kostenlos und vertraulich.


Panorama
Mehr Studienanfänger, weniger Studenten
An der Universität des Saarlandes haben sich zum Wintersemester bislang 2300 Studenten neu eingeschrieben. Nach Angaben der Hochschule lag die Zahl der Neueinschreibungen zum Beginn der Vorlesungszeit damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Um die Zielvorgaben des Landes zu erreichen, müssen sich allerdings noch einige Nachzügler anmelden. Und die Gesamtzahl der Studenten nimmt erneut ab.

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