Gerichtsakten auf einem Tisch (Foto: dpa)

Tödlicher Streit am Saarufer vor Gericht

  17.10.2018 | 13:13 Uhr

Vor der Jugendkammer des Landgerichts Saarbrücken hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 18-Jährigen wegen Totschlags begonnen. Ihm wird vorgeworfen, im April dieses Jahres einen 16-Jährigen in Saarbrücken erst bewusstlos geschlagen und dann in die Saar geworfen zu haben. Das Opfer starb wenige Stunden später. Zu der Tat wollte sich der Angeklagte heute nicht äußern.

18-Jähriger nach tödlichem Streit vor Gericht
Audio [SR 1, Daniel Simarro, Florian Mayer, 17.10.2018, Länge: 02:35 Min.]
18-Jähriger nach tödlichem Streit vor Gericht

Der 16-Jährige war laut Staatsanwaltschaft zusammen mit einem Freund auf den Angeklagten getroffen. Als der Freund Haschisch vom Beschuldigten übergeben bekommen haben soll, es aber laut Anklage nicht direkt habe bezahlen wollen, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

Der Angeklagte soll den 16-Jährigen erst mit einem Faustschlag bewusstlos geschlagen und danach noch zwei Mal auf den Boden geschlagen haben. Daraufhin soll er sein weiterhin bewusstloses Opfer über einen Grünstreifen zur Saar geschleift und dort ins Wasser geworfen haben. Der 16-Jährige sei sofort untergegangen und habe erst eine halbe Stunde später geborgen werden können. Laut Anklage verstarb der 16-Jährige aufgrund der Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns.

Video [aktueller bericht, 17.10.2018, Länge: 3:28 Min.]
Prozessauftakt wegen Tod eines Schülers

Urteil könnte am 12. November fallen

Die Zeugenanhörungen finden teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil einige noch nicht volljährig sind. Insgesamt sollen heute zehn Personen vor der Jugendkammer aussagen. Für den Prozess sind drei Hauptverhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil dürfte nach Auskunft einer Gerichtssprecherin am 12. November zu rechnen sein.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.10.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen