Prozessbeginn am Landgericht Saarbrücken: Angeklagte mit ihrem Rechtsanwalt Walter Teusch (Foto: BeckerBredel)

Kinder von Balkon geworfen - Mutter offenbar psychisch krank

Mit Informationen von Thomas Gerber   11.01.2023 | 12:18 Uhr

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat der Prozess gegen eine Frau begonnen, die ihre beiden Kinder im Juli letzten Jahres von einem Balkon gestoßen haben soll. Ein dreijähriges Mädchen kam dabei ums Leben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war.

Im Juli war in Saarbrücken ein dreijähriges Mädchen durch einen Sturz von einem Balkon ums Leben gekommen. Am Mittwoch hat in Saarbrücken der Prozess gegen die Mutter des Kindes begonnen.

Laut Anklage soll sie ihre beiden drei- und einjährigen Töchter über ein Geländer hinweg fünf Meter in die Tiefe geworfen haben. Anschließend ist die 39-Jährige selbst über die Brüstung gesprungen, sie überlebte schwer verletzt. Auch die einjährige Tochter überlebte den Vorfall, sie war nur leicht verletzt worden.

Angeklagte Mutter war offenbar psychisch krank
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 11.01.2023, Länge: 01:06 Min.]
Angeklagte Mutter war offenbar psychisch krank

Frau war in Behandlung

Die Staatsanwaltschaft legt der promovierten Mathematikerin und Unternehmensberaterin zwar Mord zur Last, geht aber selbst davon aus, dass die 39-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war. Die Angeklagte leidet an Depressionen und an einer Psychose. Sie war deshalb in psychiatrischer Behandlung.

An die tragischen Geschehnisse im Haus ihrer Eltern habe sie keine Erinnerungen mehr, sagte sie vor Gericht. Sie habe sich spontan das Leben nehmen und die Kinder nicht allein lassen wollen.

Drei Tage vor der Tat hätten Ärzte ihr geraten, andere Psychopharmaka einzunehmen. Sie lehnte ab. Vor Gericht bezeichnete sie dies als Fehler.

Gutachten steht noch aus

Das abschließende psychiatrische Gutachten steht noch aus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die 39-Jährige nicht wegen Mordes an ihrer Tochter verurteilt, sondern zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wird.

Der Prozess wird Ende des Monats fortgesetzt. Dann soll unter anderem ihr Lebensgefährte und Vater der beiden Mädchen als Zeuge gehört werden.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.01.2023.

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