Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Prozessauftakt im Fall Gregorius

mit Informationen von Thomas Gerber   01.02.2021 | 12:00 Uhr

Mit der Verlesung der Anklageschrift hat am Montag vor dem Landgericht der Prozess zu dem mutmaßlichen Mord an dem vor dreißig Jahren spurlos verschwundenen Völklinger Peter Gregorius begonnen. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, 1991 gemeinsam mit einer weiteren Person den damals 27 Jahre alten Völklinger Peter Gregorius ermordet zu haben. Die Leiche von Gregorius wurde trotz umfangreicher Suchmaßnahmen bislang nicht gefunden.

Video [aktueller bericht, 01.02.2021, Länge: 2:57 Min.]
Auftakt im Mordprozess ohne Leiche

Laut Anklage sollen die mutmaßlichen Täter Gregorius im September 1991 in ein Waldstück bei Wadgassen gelockt haben, um ihm dort eine größere Menge Kokain zu verkaufen. Die Angeklagten Ralf W. und Axel K. schwiegen auch zum Prozessauftakt.

Abschiedsbrief belastet Angeklagten

Mordprozess ohne Leiche
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 01.02.2021, Länge: 03:11 Min.]
Mordprozess ohne Leiche

Der dritte mutmaßliche Täter hatte sich Anfang Januar das Leben genommen. In seinem Abschiedsbrief belastete der 53-Jährige nach SR-Informationen insbesondere einen seiner Mitangeklagten. Der heute 56-Jährige habe Gregorius von hinten mit einer Holzstange niedergestreckt. Danach sollen die drei mutmaßlichen Täter ihn zu Tode geprügelt und den noch zuckenden Körper in einer vorbereiteten Grube verscharrt haben.

Nach dem mutmaßlichen Mord soll der Tatort zu einer regelrechten Pilgerstätte geworden sein. Immer wieder soll die Stelle auch mit Unbeteiligten besucht worden sein, um dem Opfer zu gedenken.

Vor Bekannten geprahlt

Nachdem Ralf W. gegenüber Bekannten mit der Tat geprahlt hatte und diese sich bei der Polizei gemeldet hatten, war im vergangenen Jahr aus dem Vermisstenfall ein Mordfall geworden. Trotz intensiver Suchmaßnahmen konnte die Leiche von Gregorius bislang nicht gefunden werden.

Auch die Rolle des Mitangeklagten Axel K. ist nicht ganz klar. Den sollen die beiden anderen nämlich am Tattag mehr oder weniger zufällig getroffen haben. Der heute 55-Jährige soll sich also quasi kurzentschlossen am Mord beteiligt haben.

Verteidigung will wohl Freispruch

Die Verteidigung wird in dem Verfahren vermutlich auf Freispruch setzen, K.s Anwalt sprach am Montag auch von einem Vermissten-, nicht von einem Mordfall. Der Prozess wird Mitte des Monats fortgesetzt. Dann soll einer der Hauptbelastungszeugen vernommen werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 01.02.2021 berichtet.

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