Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Prozess wegen versuchten Mordes neu aufgerollt

  06.08.2020 | 20:21 Uhr

Weil ein Mitglied des Landgerichts Saarbrücken längerfristig ausgefallen ist, ist am Donnerstag der Prozess gegen einen Metallbauer aus Schmelz neu aufgerollt worden. Der Angeklagte soll 2019 einen Transporter angezündet haben, wobei die Flammen auf das angrenzende Gebäude der Lebacher Tafel übergriffen.

Video [aktueller bericht, 06.08.2020, Länge: 2:55 Min.]
Prozessaufrollung des Brandes der Lebacher Tafel

Das Schwurgericht hatte Mitte Januar fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil des Prozesses wurde Ende Februar erwartet. Da ein Mitglied des Landgerichts Saarbrücken längerfristig erkrankt ausfiel, konnte der Prozess jedoch nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Unterbrechungsfrist fortgesetzt werden. So musste der Prozess wegen versuchten Mordes neu aufgerollt werden.

Rechtzeitige Rettung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten aus Schmelz vor, Anfang vergangenen Jahres in Lebach einen Transporter angezündet zu haben, wobei die Flammen auf das angrenzende Gebäude der Lebacher Tafel übergriffen. Dabei soll er laut Anklage den Tod von zwei Menschen in Kauf genommen haben. Die damals 37-jährige Frau und ihr 14 Jahre alter Sohn waren von Zeugen wachgeklingelt worden und konnten das Haus noch rechtzeitig verlassen. Durch das Feuer wurde auch das Büro der Lebacher Tafel beschädigt. Der Gesamtschaden betrug rund 270.000 Euro.

Zum Tatvorwurf schweigt der Angeklagte weiter, äußerte sich beim erneuten Prozessauftakt nur zu seinem Lebenslauf und zu seiner Alkoholsucht. Seine Ex-Freundin sagte aus, dass sie ihn in der Tatnacht nach einem Streit rausgeworfen habe, kurz danach soll der Brand gelegt worden sein. Das Motiv bleibt immer noch ein Rätsel.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 06.08.2020 berichtet.

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