Eine Justitia-Statue (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

30-Jähriger wegen Vergewaltigungsvorwurf vor Gericht

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   06.09.2022 | 16:02 Uhr

Ein Mitarbeiter der SPD-Landtagsfraktion steht seit Dienstag in Saarbrücken vor Gericht. Der 30-Jährige soll vor fünf Jahren seine damalige Freundin, eine Grünen-Politikerin, vergewaltigt haben. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat am Dienstag der Prozess gegen einen Mitarbeiter der SPD-Landtagsfraktion begonnen. Der heute 30-Jährige soll Ende 2017 seine damalige Freundin zwei Mal zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Bei dem mutmaßlichen Opfer handelt es sich um eine namhafte saarländische Grünen-Politikerin.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Zum Prozessauftakt bestritt der SPD-Mitarbeiter die Vorwürfe. Nie habe er seine damalige Freundin zu sexuellen Handlungen gezwungen, alles sei vielmehr einvernehmlich geschehen – auch die beiden Vorfälle Ende 2017 in der Saarbrücker Wohnung der heute 26-Jährigen.

Ihr unterstellte der Angeklagte ein Trennungstrauma und Eifersucht. Sie habe in ihrer eigenen Welt gelebt.

Vergewaltigungsprozess im Landgericht gestartet
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 06.09.2022, Länge: 00:56 Min.]
Vergewaltigungsprozess im Landgericht gestartet

Stundenlange Aussage vor Gericht

Die 26-Jährige ist am Dienstag stundenlang unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört worden. Dabei blieb sie offenbar bei ihren Anschuldigungen. Demnach soll der Angeklagte sie im September und im Dezember 2017 vergewaltigt haben.

Dabei habe sie teilweise geweint und den Angeklagten darauf hingewiesen, dass sie Schmerzen habe. In einem Trennungsbrief an den Angeschuldigten, den sie Anfang Januar 2018 geschrieben hatte und der am Dienstag im Gerichtssaal verlesen wurde, hatte die 26-Jährige die mutmaßlichen Vergewaltigungen allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Die Aussage vor Gericht hatte sie offenbar schwer belastet. Als sie in einer Pause den Sitzungssaal kurz verließ, schluchzte sie und zitterte am ganzen Körper.

Aussage gegen Aussage

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Derzeit steht Aussage gegen Aussage. Entscheidend dürfte das Gutachten einer Aussagepsychologin zur Glaubhaftigkeit der Angaben des mutmaßlichen Opfers sein. 

Die Grünen-Politikerin hatte knapp zwei Jahre nach den mutmaßlichen Vergewaltigungen Strafanzeige erstattet und dies zumindest vorübergehend auf Twitter öffentlich gemacht. Sie glaube an den Rechtsstaat, wolle für sich und andere Frauen kämpfen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 06.09.2022 berichtet.

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