Die Dillinger Hütte aus der Vogleperspektive (Foto: SR Fernsehen)

Prozess um Schmiergeld bei Dillinger Hütte

  28.08.2020 | 16:30 Uhr

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat am Freitag der Prozess um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen bei der Dillinger Hütte begonnen. Nach Angaben des Gerichts müssen sich ein ehemaliger Bauunternehmer und zwei frühere Mitarbeiter der Dillinger Hütte wegen Bestechung und Bestechlichkeit verantworten.

Der Vorwurf: Die Ex-Mitarbeiter der Neubauabteilung der Dillinger Hütte sollen von dem 68 Jahre alten früheren Unternehmer mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt mehr als 100.000 Euro "geschmiert" worden sein, damit bestimmte Bauunternehmen beauftragt werden. Bei den Zuwendungen handelt es sich laut Gerichtssprecherin nicht nur um Geld, sondern auch um Reisen und verbilligte Immobilien.

2019 auf Mallorca festgenommen

Video [aktueller bericht, 28.08.2020, ab 13:41 Min.]
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Der ehemalige Bauunternehmer soll die Aufträge teils selbst ausgeführt haben, teils habe er sie an andere weitergeben, hieß es in der Anklage. Der Gesamtwert der geflossenen Zuwendungen in Form von Geld, Reisen und verbilligten Immobilien sei noch unbestimmt. Die Taten sollen sich zwischen 2010 und 2014 ereignet haben. Der unter Korruptionsverdacht stehende ehemalige Bauunternehmer war im November 2019 von Zielfahndern der saarländischen und spanischen Polizei auf Mallorca festgenommen worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Verteidigung plädiert auf Freispruch

Die Verteidigung des Hauptanklagten plädiert auf Freispruch und sieht die Schuld bei der Dillinger Hütte. Das Unternehmen hätte den Angeklagten keine andere Wahl gelassen als im System der Hütte mitzuspielen um Aufträge zu erhalten. Eher sehe man Vorstandsmitglieder der Dillinger Hütte auf der Anklagebank, so der Verteidiger des Ex-Bauunternehmers.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 28.08.2020 berichtet.

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