Polizeibeamte stehen an einer Absperrung an der Kreisstraße 22, rund einen Kilometer von dem Tatort entfernt, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Prozess um getötete Polizisten in Kusel startet Ende Juni

  03.06.2022 | 13:23 Uhr

Knapp fünf Monate nach dem mutmaßlichen Mord an zwei Polizisten bei Kusel wird sich der mutmaßliche Täter ab dem 21. Juni dem Landgericht Kaiserslautern stellen müssen. 14 Termine sind für den Prozess vorgesehen.

Die Termine für den Prozess gegen Andreas S., der am 31. Januar dieses Jahres zwei junge Polizisten bei Kusel erschossen haben soll, stehen fest: Ab dem 21. Juni bis zum 9. September muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Kaiserslautern verantworten. Das berichtet der SWR.

Der 38-jährige Schütze aus Spiesen-Elversberg wird von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen zweifachen Mordes angeklagt. Seinem 33-jährigen Komplizen aus Sulzbach, Florian V., wirft sie indes "gemeinschaftliche gewerbsmäßige Jagdwilderei" sowie versuchte Straftvereitelung vor.

Angeklagter S. ist voll schuldfähig

Die Ermittlungen zu der Tat sind inzwischen abgeschlossen. So ist die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis gekommen, dass Andreas S. allein für die tödlichen Schüsse auf die 24 Jahre alte Polizeianwärterin Yasmin B. und ihren 29-jährigen Kollegen, den Oberkommissar Alexander K., verantwortlich ist.

Als Motiv gibt die Staatsanwaltschaft Habgier an: Um eine vorangegangene Wilderei zu verdecken, die aufzufliegen drohte, habe S. zu seiner Schrotflinte und seinem Jagdgewehr gegriffen. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist der Angeklagte voll schuldfähig.

Ermittlungen gegen S.' Ehefrau

Ermittelt wird derweil noch gegen S.' Ehefrau. Ihr wirft die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Demnach soll sie die Tatwaffen, mit der S. die tödlichen Schüsse abgegeben hat, im Saarland gekauft und legal besessen haben. Gegenstand der Ermittlungen ist, wie S. an diese gekommen war.

Dabei räumte die Geschäftsführerin des Landkreistages Saarland erst kürzlich ein, dass in den vergangenen zwei Jahren keine Waffenschrankkontrollen bei der Ehefrau, die selbst Jägerin ist, durchgeführt wurden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.06.2022 berichtet.

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