Landgericht Kaiserslautern, Beschriftung  vor dem Eingang (Foto: IMAGO / U. J. Alexander)

Drastische Schilderungen im Kuseler Mordprozess

  27.06.2022 | 12:45 Uhr

Mit drastischen Schilderungen der Tatnacht hat im Mordprozess um zwei erschossene Polizisten nahe Kusel die Beweisaufnahme begonnen. Als erste Zeugen waren am Montag vor dem Landgericht Kaiserslautern Einsatzkräfte und Rettungssanitäter geladen.

Am Landgericht Kaiserslautern hat der zweite Prozesstag um die mutmaßlichen Polizistenmorde von Kusel begonnen. "Das Blut lief die Straße hinunter", schilderte ein 27 Jahre alter Kollege der beiden Polizisten am Montag spürbar erschüttert.

Auch der letzte Funkspruch des erschossenen Polizeikommissars wurde im Gerichtssaaal eingespielt. "Die schießen, die schießen", ruft der 29-Jährige in Todesangst, bevor ein Schuss zu hören ist, dann Stille.

Video [aktueller bericht am Samstag, 27.06.2022, Länge: 3:54 Min.]
Prozess um Polizistenmord: Beginn der Beweisaufnahme

Anklage zweifacher Mord

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39 Jahre alten Andreas S. vor, Ende Januar den Polizeikommissar und eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin bei einer Fahrzeugkontrolle mit Gewehrschüssen getötet zu haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Die Gewalttat sorgte für Entsetzen. Beim Prozessauftakt hatte S. die Schüsse auf die Polizisten eingeräumt, bestritt allerdings den Mordvorwurf und sprach von einer Notwehrsituation.

Einem 33 Jahre alten Komplizen wirft die Anklagebehörde versuchte Strafvereitelung vor. Er soll beim Spurenverwischen geholfen haben.

13 Zeugen geladen

Insgesamt waren am Montag 13 Zeugen geladen, darunter die Ehefrau und die Schwiegermutter des mutmaßlichen Schützen. Sie beriefen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht und sagten nicht aus. Auch die Verlobte des Komplizen sagte nicht aus.

Wenige Stunden nach Entdecken der toten Polizisten am Rande einer abgelegenen Kreisstraße waren die beiden Verdächtigen im Saarland festgenommen worden. Bisher sind vom Landgericht Termine bis zum 9. September vorgesehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.06.2022 berichtet.

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