Die SHG-Klinik Völklingen. (Foto: Imago/BeckerBredel)

Hat die Klinik im Fall Daniel B. weggeschaut?

mit Informationen von Barbara Spitzer   21.09.2021 | 21:00 Uhr

Im Fall des Krankenpflegers Daniel B., der im Saarland Patienten mit Medikamenten vergiftet haben soll, wurde möglicherweise von Arbeitgeberseite trotz gravierender Verdachtsmomente weggeschaut. Das geht aus Zeugenaussagen hervor, die am Dienstag bei der Forsetzung des Prozesses vorgetragen wurden.

Ehemalige Kolleginnen des angeklagten Intensivpflegers sagten als Zeuginnen vor Gericht, sie seien aufgrund der gehäuften Reanimations- und Todesfälle hellhörig geworden und hätten auch das Gespräch mit Vorgesetzten an der SHG-Klinik Völklingen gesucht.

Video [aktueller bericht, 21.09.2021, Länge: 2:13 Min.]
Krankenpfleger wegen versuchten Mordes angeklagt

Aufforderung zum Stillschweigen

Diese hätten sie aufgefordert, Stillschweigen über den Verdacht gegen Daniel B. zu bewahren. Der Intensivpfleger blieb strafrechtlich zunächst unbehelligt und wechselte später ans Uniklinikum Homburg.

Seit Juni muss er sich wegen sechsfachen versuchten Mordes an Intensivpatienten in der SHG Klinik Völklingen sowie an der Uniklinik vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Krankenpfleger vor, Patienten Herz-Kreislauf-Medikamente verabreicht zu haben, die nicht ärztlich verordnet waren, um sie in einen reanimationspflichtigen Zustand zu versetzen. Er selbst weist die Vorwürfe zurück.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 21.09.2021 berichtet.

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