Landgericht (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Mutmaßlicher IS-Kämpfer will vor Landgericht aussagen

Barbara Spitzer / Onlinefassung: Anne Staut   30.08.2022 | 08:19 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht muss sich zurzeit ein mutmaßlicher islamistischer Terrorist aus dem Saarland verantworten. Für heute wird seine Aussage erwartet. Dem gebürtigen St. Ingberter wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt.

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen IS-Kämpfer will der Angeklagte erstmals selbst aussagen. Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Oktober mit Frau und Kindern nach Mali gereist zu sein, um sich dort der Terrormiliz IS anzuschließen. Sein Verteidiger hatte die Vorwürfe gegen ihn bereits zum Prozessauftakt als "aus der Luft gegriffen" bezeichnet.

Gesinnung entscheidend für Schuldfrage

Schon am Montag war der Angeklagte knapp davor, das Wort zu ergreifen. Anlass war die Aussage eines Ermittlers vom Staatsschutz über Facebook-Posts des 39-Jährigen. Es gebe einige mit radikal-islamistischem Hintergrund. 

Die Gesinnung ist für die Schuldfrage wichtig, denn die Reise nach Mali ist nur strafbar, wenn nachweislich terroristische Absichten dahinter stecken. Als Beweis hierfür soll vor allem der Chat der Frau des Angeklagten mit einem verdeckten Ermittler über den IS dienen. Er soll Mitte September gehört werden.

Der 39-Jährige war im Mai mit seiner Partnerin in Saarbrücken-Burbach festgenommen worden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 30.08.2022 berichtet.

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