Akten mit der Statue der römischen Göttin Justitia, dem Symbol für die Rechtsprechung. (Foto: dpa)

Missbrauchsprozess gegen Busfahrer vor dem Abschluss

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   13.12.2019 | 13:18 Uhr

Im Prozess gegen einen 71-Jährigen, dem rund 100 Fälle von sexuellem Missbrauch vorgeworfen werden, zeichnet sich ein Ende ab. Vor dem Landgericht wurden am Freitag letzte Zeugen vernommen. Der Mann hatte als Busfahrer Kinder zum integrativen Kindergarten der Saarwellinger Lebenshilfe transportiert.

Der 71-Jährige hat seine perversen Neigungen und Taten offenbar über Jahre teilweise systematisch geheim gehalten. Weder seine Ehefrau noch seine Tochter noch sein Sohn hatten Anzeichen dafür, dass er sich über Jahre an Kindern vergangen hatte. Als die Polizei im Sommer dieses Jahres mit Haftbefehl erschienen war, seien sie geschockt gewesen. Auch nach dem Geständnis seines Vaters, erklärte der Sohn, bleibe die Sache für ihn unerklärlich.

Opfer leiden unter den Folgen

Die Opfer des 71-Jährigen leiden unter den schier unvorstellbaren Übergriffen. Die Betreuerin eines Geschwisterpaars berichtete von schlimmen Folgen. Die Mädchen, die zur Tatzeit gerade einmal drei und fünf Jahre alt waren, benötigten wohl noch über Jahre psychologische Betreuung. Insbesondere die jüngere der beiden sei auffällig – zeige sexualisiertes Verhalten, Distanzlosigkeit gegenüber Männern, verkrieche sich unter dem Tisch und weine.

Der als Busfahrer tätige Rentner hatte sich das Vertrauen der Eltern der beiden erschlichen, die Kinder zu Ausflügen und Übernachtungen mitgenommen und sich dann an ihnen vergangen. Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. Dann werden das Gutachten zur Schuldfähigkeit und die Plädoyers erwartet.

Über dieses Thema berichtete auch die SR 3 Rundschau am 13.12.2019.

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