Muslimische Kinder nehmen am Islamkunde-Unterricht der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bonn teil. (Foto: dpa)

Gericht verhandelt Klage zum Islamunterricht

mit Informationen von Barbara Spitzer   31.07.2020 | 17:16 Uhr

Über die Frage ob der Islamunterricht an Grundschulen rechtmäßig ist, wird seit Freitag vor dem Verwaltungsgericht in Saarlouis verhandelt. Der Dillinger Gilbert Kallenborn hat dagegen geklagt. Ihn stört vor allem die Beteiligung des umstrittenen Moscheeverbands DITIB.

Nach langem Ringen wurde vor fünf Jahren der Islamunterricht an saarländischen Grundschulen eingeführt. Nun will ihn der Dillinger Gilbert Kallenborn per Gerichtsbeschluss verbieten lassen. Stein des Anstoßes: die Beteiligung des umstrittenen Moscheeverbands DITIB an dem Modellprojekt.

Video [aktueller bericht, 31.07.2020, Länge: 3:29 Min.]
Klage gegen Islamunterricht mit DITIB

Klage könnte scheitern

Der Kläger wirft dem Verband vor, Handlanger der türkischen Regierung zu sein. Die Trennung von Kirche und Staat sei nicht mehr gegeben, der Islamunterricht werde zum Einfallstor für undemokratisches Gedankengut, so die Begründung. Auch die Aktion Dritte Welt Saar sieht die DITIB-Beteiligung kritisch.

Der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht in Saarlouis ließ jedoch am Freitag erkennen, dass die Klage unzulässig sein könnte, weil der Kläger selbst nicht unmittelbar von dem Islamunterricht betroffen sei. Das Urteil wird im Laufe der kommenden zwei Wochen erwartet.

Fünf Kooperationspartner

Nach Angaben des Ministeriums für Bildung und Kultur ist der Verband DITIB einer von sechs Kooperationspartnern. Bisher habe es keine Konflikte mit DITIB gegeben. Andere Bundesländer wie etwa Hessen und Nordrhein-Westfalen zeigten sich hingegen im vergangenen Jahr zunehmend kritisch im Umgang mit DITIB.

An dem Modellprojekt zum Islamunterricht nehmen 200 Grundschüler in Saarbrücken und in Völklingen teil, sie werden von fünf staatlichen Lehrern unterrichtet. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.07.2020 berichtet.

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