Registrierkasse (Foto: dpa)

Prozess gegen Gastronom wegen Steuerhinterziehung

Gabor Filipp   11.09.2019 | 12:59 Uhr

Ein stadtbekannter Saarbrücker Gastronom muss sich seit heute vor Gericht verantworten. Ihm wird besonders schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen. Laut Anklage geht es um Betrug am Fiskus in einer Gesamthöhe von über 1,2 Millionen Euro.

Steuerhinterziehung in Millionenhöhe
Audio [SR 3, Filipp Gabor, 11.09.2019, Länge: 01:07 Min.]
Steuerhinterziehung in Millionenhöhe

Innerhalb von gut drei Jahren soll der Gastronom illegal Einkommens-, Umsatz- und Gewerbesteuer in Millionenhöhe gespart haben. Der Vorwurf lautet Steuerverkürzung und -hinterziehung, hauptsächlich mit Hilfe des teilweise außer Funktion gesetzten Vectron-Kassensystems. Dabei nimmt die Bedienung die Bestellungen mit einem Handgerät auf, das die Daten über WLAN an die Hauptkasse weiterleitet. Die dort gesammelten Daten sind Basis der Buchhaltung und für die Meldung der Umsätze.

Daten wurden täglich gelöscht

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die Handgeräte nicht mit dem Hauptkassennetzwerk verbunden zu haben. Die Handgeräte sind demnach „Schwarzkassen", deren Daten auch noch täglich gelöscht worden seien. Und das in drei gut laufenden Restaurants mit Millionen-Umsätzen. Der Fiskus habe für ihre Steuerberechnungen also frisierte, zu niedrige Zahlen bekommen.

In einer Erklärung nach der Anklageverlesung wies der 52-jährige Beschuldigte die Vorwürfe zurück, kritisierte die Staatsanwaltschaft wegen unzureichender Ermittlungen, fehlender Fakten und Beweise uns beteuerte seine Unschuld.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 11.09.2019 berichtet.

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