Immer wieder geraten Mediziner wegen Abrechnungsbetrugs in die Schlagzeilen (Foto: SR)

Prozess gegen Radiologen setzt neu an

Thomas Gerber   08.01.2019 | 06:30 Uhr

Zwei Radiologen, die eine Gemeinschaftspraxis am Krankenhaus Dudweiler betrieben hatten, müssen sich ab heute erneut vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt den beiden Medizinern Abrechnungsbetrug von circa 400.000 Euro zur Last. Der Prozess musste vor vier Wochen wegen eines Befangenheitsantrags verschoben werden.

Nach Verlesung der Anklageschrift und ersten Zeugenvernehmungen hatte sich am zweiten Prozesstag Mitte Dezember herausgestellt, dass eine der Schöffinnen während des Tatzeitraums zwischen 2013 und 2016 Patientin der beiden Radiologen war. Das Gericht gab dem Befangenheitsantrag der Verteidiger statt. Der Prozess startet nun erneut mit teilweise neu besetzter Richterbank.

Leistung ohne Patientenkontakt

Die Vorwürfe sind die alten: Möglichst viel Umsatz bei möglichst wenig eigener Präsenz. Nach diesem Motto sollen die beiden Mediziner laut Staatsanwaltschaft gehandelt haben. Die beiden Angeklagten hätten ihre Patienten in der Regel gar nicht zu Gesicht bekommen. Die insgesamt vier Verteidiger bestreiten, dass diese sogenannte höchstpersönliche Leistungserbringung, also der Arzt-Patienten-Kontakt, tatsächlich in allen Fällen vorgeschrieben ist.

Ihre Mandanten saßen vor einem Jahr schon einmal wegen Betrugs auf der Anklagebank - damals an Privat- und nicht wie jetzt an Kassenpatienten. Dieses Verfahren war gegen jeweils 12.500 Euro Geldauflage eingestellt worden.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 08.01.2019 berichtet.

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