Immer wieder geraten Mediziner wegen Abrechnungsbetrugs in die Schlagzeilen (Foto: SR)

Abrechnungsbetrug: Radiologen vor Gericht

Thomas Gerber   11.12.2018 | 14:25 Uhr

Vor dem Landgericht hat heute der Prozess gegen zwei Mediziner begonnen, die in Dudweiler eine radiologische Gemeinschaftspraxis betrieben haben. Den beiden Ärzten wird Abrechnungsbetrug in elf Fällen sowie Körperverletzung in neun Fällen zur Last gelegt. Durch den Betrug sollen sie sich innerhalb von drei Jahren Einnahmen von gut 410.000 Euro verschafft haben.

Laut Anklage war die Praxis der Radiologen äußerst gewinnbringend organisiert: Möglichst viele Patienten seien durchgeschleust, die Anwesenheit der beiden Radiologen gleichzeitig auf ein Minimum reduziert worden. Patienten hätten an der Rezeption das Aufklärungsformular unterzeichnet, nicht-ärztliches Fachpersonal habe dann geröntgt. In der Regel hätten die beiden Angeklagten ihre Patienten nie zu Gesicht bekommen.

Ob der Arzt-Patienten-Kontakt tatsächlich gesetzlich vorgeschrieben ist, dürfte der Knackpunkt des Verfahrens werden. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für unabdingbar. Die insgesamt vier Verteidiger der beiden Mediziner sehen das gänzlich anders.

Bereits der zweite Prozess

Ins Rollen gekommen ist das Verfahren durch eine Strafanzeige der Kassenärztlichen Vereinigung. Röntgen- und CT-Untersuchungen seien von den beiden Medizinern nicht korrekt abgerechnet worden.

Vor einem Jahr saßen die beiden Radiologen schon einmal auf der Anklagebank. Damals ging es um Betrug bei der Behandlung von Privat-, nicht von Kassenpatienten. Dieses Verfahren war eingestellt worden. Die beiden Radiologen mussten lediglich jeweils 12.500 Euro Geldauflage zahlen.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann sollen unter anderem Mitarbeiterinnen aus der früheren Praxis der beiden Radiologen vernommen werden.

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