Strafprozessordnung und Gerichtsakten (Foto: dpa)

Betroffene belasten angeklagten Pathologen

Barbara Spitzer / Onlinefassung: Kasia Hummel   12.04.2022 | 16:01 Uhr

Im Prozess um falsche Krebsdiagnosen haben am zweiten Prozesstag Betroffene den angeklagten Pathologen belastet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63-Jährigen vor, Gewebeproben falsch diagnostiziert zu haben, so dass unter anderem unnötige Krebsoperationen durchgeführt wurden.

Nach dem Prozessauftakt gegen den St. Ingberter Pathologen am Montag, haben Betroffene den Angeklagten am zweiten Prozesstag belastet.

Eine Altenpflegerin aus Alzey sagte als Zeugin vor dem Landgericht, sie habe aufgrund der Diagnose Todesängste ausgestanden. Der Angeklagte hatte in einer Gewebeprobe fälschlicherweise einen bösartigen Tumor der Mundschleimhaut diagnostiziert. In der Folge seien großflächiger als nötig Gaumen und Kiefer entfernt worden, so die Zeugin.

Sie lebe nun mit einer Prothese und könne durch die Folgen der schweren Operation ihren Beruf nicht mehr ausüben.

Eine weitere Betroffene kann ebenfalls derzeit nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Sie hatte sich vor sechs Jahren aufgrund einer mutmaßlich fehlerhaften Brustkrebsdiagnose einer Chemotherapie unterzogen.

Prozess wird am 19. April fortgesetzt

Der Pathologe aus St. Ingbert muss sich wegen falscher Diagnosen bei sechs Patientinnen und Patienten verantworten. Ein Betroffener starb an den Folgen einer mutmaßlich nicht notwendigen Darmoperation. Der Prozess wird am 19. April fortgesetzt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.04.2022 berichtet.

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