Die Statue der Göttin Justitia vor einem Gerichtsgebäude  (Foto: dpa/Stefan Puchner)

Prozess um tödlichen Auffahrunfall ausgesetzt

mit Informationen von Peter Ring   25.05.2020 | 18:50 Uhr

Am Saarbrücker Landgericht ist der Prozess gegen die Verursacherin eines Auffahrunfalls mit Todesfolge am Montag ausgesetzt worden. Ein Gutachter, der die Schuldfähigkeit der angeklagten Frau geprüft hat, soll falsche Angaben über das Zustandekommen seines Gutachtens gemacht haben.

Die Frau war 2016 in ein Stauende gerast, ein 23-Jähriger war dabei getötet worden. Das Amtsgericht Völklingen verurteilte sie wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe. In zweiter Instanz wurde das Urteil bestätigt, obwohl die Angeklagte mittlerweile einen Krampfanfall als Unfallgrund angegeben hatte.

Video [aktueller bericht, 25.05.2020, Länge: 4:41 Min.]
Prozess um Auffahrunfall mit Todesfolge vertagt

Zweifel an Aussagen des Gutachters

Ein Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass keine Hinweise darauf vorlägen. Die Verteidigung bezweifelt das. Der Gutachter habe, bezogen auf seine medizinischen Recherchen, nicht die Wahrheit gesagt. Zudem habe ihm das nötige Fachwissen gefehlt. Gericht und Staatsanwalt sahen das wohl ähnlich.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Gutachter behauptet, bei der SHG-Klinik keinen Zugriff auf medizinische Rechercheportale zu haben. Er habe sich daher externen Fachwissens bedient. Ein Mitarbeiter der SHG-Klinik Sonnenberg hat das vor Gericht dementiert, alle Recherchemöglichkeiten seien vorhanden.

Nach über zwei Jahren Verfahrensdauer an verschiedenen Gerichten soll der Prozess jetzt im Herbst ein weiteres Mal neu aufgerollt werden.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 25.05.2020 im SR Fernsehen.

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