Mann steht an Fenster einer geschlossenen Anstalt (Foto: dpa)

Protestaktion der Psychiatrie-Beschäftigten

  12.12.2019 | 13:40 Uhr

Die Beschäftigten der Psychiatrie- und Psychotherapieabteilungen der Uni-Klinik Homburg und der SHG-Kliniken in Saarbrücken, Völklingen und Merzig haben am Donnertag protestiert. Sie befürchten, dass es künftig noch weniger Personal für ihre Bereiche geben könnte.

Auf dem Saarbrücker Sonnenberg protestierten Ärzte und Pflegekräfte von psychiatrischen Stationen der SHG-Kliniken Saarbrücken, Merzig und Völklingen am Donnerstag gegen die neuen Regelungen. Die Mitarbeiter beteiligten sich auch an einer Petition des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen an den Bundestag für ausreichend Personal auf den Stationen. Auch an der Uniklinik Homburg gab es eine Veranstaltung. Sie sind Teil einer bundesweiten Protestaktion.

Veraltete Zahlen

Im Mittelpunkt der Kritik steht eine neue Personalrichtlinie, die am 1. Januar 2020 in Kraft treten soll. Die Kliniken befürchten, dass ihre Psychiatrie- und Psychotherapieabteilungen künftig nicht mehr genügend Geld haben, um für ausreichend Personal zu sorgen. In der Richtlinie seien lediglich Personaluntergrenzen im Sinne einer Minimalbesetzung definiert. Stattdessen wünscht sich das Psychiatrie-Personal aber leitlinienbasierte Sollvorgaben für eine gute Behandlung, das heißt: Angaben darüber, wie viel Personal vorhanden sein muss, um eine gute Behandlungsqualität zu erreichen.

Die Chefärztin der Gerontopsychiatrische Klinik, Rosa-Adelinde Fehrenbach, sagte, man greife zurück auf Anhaltszahlen zum Personal, die seit 1995 nicht angepasst wurden, obwohl sich die Medizin gerade auch im psychatrischen Bereich verändert habe.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja