Gäste prosten sich in einer Bar zu. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Paul Zinken)

Projekt "Luisa" hilft Frauen, die sich belästigt fühlen

  03.09.2022 | 08:32 Uhr

Wer sich in einer Kneipe oder Bar bedrängt oder unwohl fühlt, soll mit der Frage "Ist Luisa hier?" schnell und diskret Hilfe bekommen können. Das Angebot wurde vom Frauennotruf Münster entwickelt und soll auch im Saarland bekannter werden.

Im Club ist es laut, schon die Getränkebestellung muss man eher schreien, damit sie verstanden wird. Noch unangenehmer kann es werden, wenn man dem Personal von einer unangenehmen Situation erzählen muss, in der man sich vielleicht sogar belästigt gefühlt hat. "Ist Luisa hier?" - mit dieser Codefrage soll es einfacher werden, sich Hilfe zu holen.

Beim Feiern, in der Kneipe oder Bar können Frauen beim Personal nach Luisa fragen und bekommen dann schnell und diskret Hilfe. Der Frauennotruf Münster hat das Projekt initiiert. Mittlerweile ist es in rund 60 Städten deutschlandweit angekommen, auch in Saarbrücken.

Niedrigere Hemmschwelle

Ein ungutes Bauchgefühl reiche aus, um sich an das Thekenpersonal zu wenden. "Dabei werden keine Nachfragen gestellt - man muss sich nicht erklären", betont die Frauenbeauftragte der Stadt Saarbrücken Claudia Huber.

Alle Gastronomie-Betriebe können beim Projekt Luisa mitmachen. Dafür bietet der Frauennotruf Saarbrücken kostenlose Schulungen an, in denen es um Prävention und Schutzmaßnahmen, die Entstehung von Traumata oder den Umgang mit Betroffenen geht.

Ein Plakat informiert über die Aktion "Ist Luisa hier?", mit der bedrängte Frauen unkompliziert Hilfe bekommen sollen.  (Foto: dpa / picture alliance / Florentine Dame)
Ein Plakat informiert über die Aktion "Ist Luisa hier?", mit der bedrängte Frauen unkompliziert Hilfe bekommen sollen.

Projekt auch präventiv

Sektor Heimat, der Asta der Saar-Universität oder die Gastro am Schloss - bislang sind erst ein paar Betriebe aus Saarbrücken Teil des Projekts. 2020 kam die Coronapandemie dazwischen. Jetzt sollen es noch mehr werden. Dafür bemühen sich die Initiatorinnen, "Luisa" bekannter zu machen. Denn: "Luisa ist auch präventiv. Wenn Leute sehen, dass Luisa hier installiert ist, werden Täter abgeschreckt", sagt die Frauenbeauftragte Huber.

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