Eine Lehrerin beim Unterricht vor der Klasse (Foto: dpa)

Aktion „Gesunde Schule Saarland“ gestartet

Christian Schwarz / mit Informationen von Christine Alt und epd   06.08.2015 | 19:30 Uhr

Lehrer klagen über immer mehr Stress und Belastung in der Schule. Oft werden als Grund zu große Klassen und immer mehr zusätzliche Aufgaben neben dem eigentlichen Unterricht genannt. Das Bildungsministerium hat deshalb jetzt das Projekt „Gesunde Schule Saarland“ gestartet.

Das Programm sieht für Lehrer mehr Maßnahmen zur Arbeitssicherheit, zur medizinischen Vorsorge sowie zur betrieblichen Wiedereingliederung und Gesundheitsförderung vor, wie Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) zum Start erklärte. Zunächst gehe es vorwiegend um die Gesundheit der oft stressgeplagten 8.500 Lehrer im Land, die an rund 300 Schulen mehr als 120.000 Schüler unterrichten.

Beratungszentrum für Gesundheitsmanagement

Video [aktueller bericht, 06.08.2015, Länge: 3:30 Min.]
Neues Schulprojekt gestartet

Erstmal sollen jetzt Fortbildungsangebote für gesunde Ernährung, Mediation und Entspannung entwickelt und in die Schulen getragen werden. Auch in den Schulen selbst solle künftig erörtert werden, wie das Essen noch gesünder gestaltet werden kann, erläuterte Commerçon. Zudem solle geprüft werden, ob zu dem bereits bestehenden generellen Rauchverbot an Schulen auch ein Alkoholverbot - selbst bei Schulfesten - eingeführt werden solle. Eine neue Dienstvereinbarung soll auch den Umgang mit Suchterkrankungen in Kollegien verbessern. Für diesen Themenkomplex will der Minister ein Beratungszentrum für Gesundheitsmanagement aufbauen.

Um das Thema Gesundheit geht es auch bei dem Plan, die Interventionsschwelle bei längerer Erkrankung von Lehrern von drei Monaten auf sechs Wochen abzusenken. Dazu sollen bis zum Schuljahr 2016/17 neue Dienstvereinbarungen zum Thema Sucht, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Lehrerinnen sowie zur aktiven Gesundheitsförderung umgesetzt werden. Der Bildungsminister will so Fälle von Dienstunfähigkeit bei Lehrern reduzieren. Knapp ein Drittel von ihnen ginge zurzeit deshalb frühzeitig in Pension. Krankgeschrieben seien Lehrer dagegen mit durchschnittlich zehn Tagen im Jahr relativ wenig.

Lehrerverbände sehen Projekt als ersten Schritt

Die Lehrer hätten laut einer Studie mit die höchste Arbeitszufriedenheit aller Berufsgruppen, sagte der Minister. Sie empfänden aber zugleich ihren Beruf als besonders belastend. Dementsprechend werten die Lehrerverbände das Projekt „Gesunde Schule Saarland“ positiv, werten es aber vorerst nur als einen ersten Schritt. Langfristig fordern sie unter anderem flächendeckend bessere Arbeitsplätze.

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