Deutsche Bundespolizisten und französische Beamte der Gendarmerie kontrollieren den Einreiseverkehr aus Frankreich nach Deutschland (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Grenzübertritt für Berufspendler weiter schwierig

Sarah Sassou / Onlinefassung: Anne Staut   18.04.2020 | 17:01 Uhr

Die Situation für Berufspendler von und nach Frankreich bleibt trotz weiterer Grenzöffnungen angespannt. Betroffen sind vor allem Arbeitnehmer, die im Saarland angestellt sind sowie Dienstleister und Handwerker mit Aufträgen in Frankreich.

Beim Automobilzulieferer ZF in Saarbrücken müssen die rund 1000 Mitarbeiter, die in Frankreich leben, immer noch zuhause bleiben. Eine Unternehmenssprecherin sagte, sie hätten weiterhin keinen Zutritt zum Betriebsgelände.

IHK kritisiert Verbot

Angespannte Situation für Berufspendler
Audio [SR 3, (c) SR, 18.04.2020, Länge: 01:00 Min.]
Angespannte Situation für Berufspendler

Aber auch Arbeitnehmer und Dienstleister, die vom Saarland aus nach Frankreich zum Arbeiten wollen, haben es schwer. Denn die französische Regierung hat die Einschränkungen noch einmal verschärft: Der Grenzübertritt ist nun nur noch für Warentransporte und Mitarbeiter im Gesundheitssektor erlaubt.

Die Industrie- und Handelskammer Saar kritisiert, dass es für ausländische Firmen hingegen nicht mehr möglich sei, Service- und Montageleistungen, zum Beispiel an Maschinen, zu erledigen. Das Verbot betreffe viele saarländische Firmen. Man hoffe, dass diese mit heißer Nadel gestrickte Maßnahme noch einmal überdacht und schnell überarbeitet werde.

Saarländer profitieren von Lockerungen in Luxemburg

In Luxemburg hingegen wirken sich die Lockerungen auch auf die saarländischen Firmen aus. Dort öffnen am Montag wieder die Baustellen. Das hatte die Regierung beschlossen, nachdem sämtliche Baustellen seit fast vier Wochen ruhten.

Grenzkommunen mit Appell an Merkel und Macron

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Grenzregion nehmen die aktuellen Entwicklungen zum Anlass, die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft hervorzuheben. Die Mitglieder des Eurodistrict SaarMoselle haben sich in einem Appell direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gewandt.

Die Grenzkommunen wollen möglichst schnell zur Normalität zurückzukehren. "Es muss den Menschen entlang der Grenze möglich sein, das Miteinander zu leben und einander noch besser zu helfen", sagt Saarbrückens Oberbürgermeister und Präsident des Eurodistricts Uwe Conradt.

Seine deutschen und französischen Kolleginnen und Kollegen fodern in dem Appell den besseren Austausch von Hilfspersonal und Materialen sowie eine möglichst schnelle Grenzöffnung für alle Menschen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 18.04.2020 berichtet.

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