Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern (Foto: dpa/Jens Büttner)

Hier hakt es beim Mobilfunkausbau

mit Informationen von dpa   19.11.2019 | 14:55 Uhr

Zum stockenden Ausbau des Mobilfunknetzes hat der Digitalverband Bitkom eine interaktive Deutschlandkarte veröffentlicht. Diese zeigt an, warum es an welchem Ort Verzögerungen beim Bau von Mobilfunkmasten gibt. Auch für das Saarland sind über zehn Orte aufgeführt, an denen es zu Problemen gekommen ist.

Der Karte zufolge verzögert sich aktuell unter anderem der Bau von Mobilfunkmasten in Niederwürzbach, Überherrn, Schwarzenholz, Lisdorf, Steinrausch, Niederbexbach, Grügelborn, Wadrill und an der Autobahn 620 bei Saarlouis sowie an der Autobahn 1 bei Tholey und Dirmingen.

In den meisten Fällen wurden als Grund für die Bauverzögerungen Probleme bei der Standortsuche angegeben. In Dirmingen, Niederbexbach und Tholey stockt offenbar das jeweilige Genehmigungsverfahren. Auch in direkter Grenznähe in Remich verzögert sich demnach der Bau eines Mobilfunkmastes schon seit vier Jahren wegen Problemen mit dem Standort.

Mehr als 1200 Problemstandorte

Insgesamt sind nach Angaben von Bitkom deutschlandweit mehr als 1200 Problemstandorte in der Karte vermerkt. "Behördliche Verfahren oder fehlende Standorte für den Bau von Mobilfunkanlagen führen allzu oft dazu, dass Funklöcher nicht geschlossen werden können", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Dienstag.

Die größten Hemmnisse bei der Suche nach geeigneten Standorten liegen demnach in einer schleppenden Standortabstimmung, in aufwendigen Bauanträgen sowie langwierigen Genehmigungsverfahren etwa aus Gründen des Bau- und Naturschutzes oder des Denkmalschutzes. Bereits bei der Standortsuche sei es oftmals sehr aufwendig, Eigentümer zu finden, die ihr Gelände oder Gebäude für den Bau eines Funkmasten bereitstellen würden, sagte Rohleder.

Datenbasis sind Informationen der Netzbetreiber

Die am Montag veröffentlichte interaktive Karte zeigt Detailinformationen wie den Ort, den Grund der Verzögerung und deren Dauer an. "Bürger, Behörden und Unternehmen haben so Gelegenheit, einzelne Verfahren zu kommentieren und geeignete Mobilfunkstandorte anzubieten", erklärte Rohleder. Als Datenbasis wurden Informationen der Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica herangezogen. Betroffene und Interessierte sowie auch die Behörden haben die Möglichkeit, ihr Feedback zu geben, potenziell neue Standorte könnten einfach hinzugefügt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 19.11.2019 berichtet.

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