Ein Bundeswehrsoldat sitzt am Computer in einem Gesundheitsamt. (Foto: Bundeswehr / M. Rupertus)

Soldaten helfen bei Kontaktnachverfolgung

  29.09.2020 | 07:56 Uhr

Einige Bundesländer haben zu wenig Personal zur Kontaktnachverfolgung bei Coronavirus-Infektionen im Einsatz. Auch im Saarland sind die Behörden unterbesetzt. Das Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken bekommt inzwischen Unterstützung von der Bundeswehr.

Seit vergangenem Mittwoch helfen zehn Soldaten aus Lebach, die Kontakte von Positiv-Getesteten im Regionalverband zu ermitteln, teilt die Bundeswehr auf ihrer Facebook-Seite mit. Der Regionalverband hatte zuvor einen entsprechenden Amtshilfeantrag gestellt. Die Soldaten werden voraussichtlich bis März nächsten Jahres im Saarbrücker Gesundheitsamt eingesetzt. Zuerst hatte die Saarbrücker Zeitung darüber berichtet.

Saarland bräuchte 50 Teams

Kontaktnachverfolgung: "Es läuft nicht alles rund, aber die Lage derzeit ist im Griff"
Audio [SR 3, Gerd Heger/Steffani Balle, 29.09.2020, Länge: 03:19 Min.]
Kontaktnachverfolgung: "Es läuft nicht alles rund, aber die Lage derzeit ist im Griff"

Nötig wurde das, weil die Gesundheitsämter im Saarland nicht genug Personal haben, um die Vorgaben zur Kontaktnachverfolgung bei Coronafällen zu erfüllen. Bund und Länder hatten sich im April darauf verständigt, mindestens fünf Personen pro 20.000 Einwohner dafür einzusetzen. Im Saarland wären dafür 50 Teams nötig, tatsächlich existieren allerdings nur 34, wie eine Anfrage von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung bei den Ländern ergeben hat.

Mit der dünnen Personaldecke in den Gesundheitsämtern steht das Saarland aber keineswegs alleine da. Um den Zielvorgaben zu genügen, müssten etwa in Bayern bei 13 Millionen Einwohnern 650 Teams zur Verfügung stehen. Es sind aber offenbar nur 288 solcher Teams im Einsatz. Auch in Baden-Württemberg und Hessen gibt es zu wenige Personen bei der Kontaktnachverfolgung. In Berlin, wo die Zahl der Corona-Infektionen derzeit nach oben schnellt, sollen ab jetzt ebenfalls Bundeswehr-Soldaten die Gesundheitsämter bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung unterstützen. 

Nur Bremen hat dem Bericht zufolge nach eigenen Angaben ausreichend Personal für diese Aufgabe. Die anderen Länder antworteten auf die Anfrage ausweichend, gar nicht oder gaben an, dass ihnen diese Zahlen nicht vorliegen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.09.2020 berichtet.

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