Günter Rohrbach Filmpreis  (Foto: Pendorf/SR)

"Exil" gewinnt Günter Rohrbach Filmpreis

  06.11.2020 | 12:20 Uhr

Der Günter Rohrbach Filmpreis 2020 geht an das Drama "Exil". Die Schauspielerin Nina Hoss und ihren Kollegen Mišel Matičević zeichnet die Jury mit dem Darstellerpreis aus.

Der diesjährige Hauptpreisträger-Film "Exil" beschäftigt sich mit dem Themenkomplex Rassismus und Diskriminierung. Die Geschichte erzählt von einem im Kosovo geborenen und nun in Deutschland lebenden Chemieingenieur Xhafer, gespielt von Mišel Matičević , der paranoide Züge annimmt. Die Jury würdigt das Werk mit dem Günter Rohrbach Filmpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Der Vorsitzende der Rohrbach-Filmpreis-Stiftung zu den diesjährigen Preisträgern
Audio [SR 3, Inteview: Renate Wanninger, 06.11.2020, Länge: 04:02 Min.]
Der Vorsitzende der Rohrbach-Filmpreis-Stiftung zu den diesjährigen Preisträgern

Gemeinsam mit dem Regisseur und Drehbauchautor Visar Morina werden die Produzenten Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Maren Ade ausgezeichnet. "Exil" geht zudem für den Kosovo ins Rennen um den Oscar 2021 in der Kategorie "Bester internationaler Film". Für seine Rolle als Chemieingenieur Xhafer bekommt Schauspieler Mišel Matičević zudem den Darstellerpreis (3000 Euro Preisgeld).

Als beste Darstellerin ist Nina Hoss geehrt worden (3000 Euro Preisgeld). Sie verkörpert im Mutter-Tochter-Drama "Pelikanblut“ eine Pferdetrainerin und Mutter einer adoptierten Tochter, die ein weiteres Mädchen aus Bulgarien aufnimmt. Doch das schwer traumatisierte Kind droht durch ihre Aggressivität das Leben der kleinen Familie zu zerstören. Entgegen aller Ratschläge gibt die Mutter nicht auf und kämpft bis zur Selbstaufgabe um dieses Kind.

SR-Preis für Drehbuch über Kölner Klüngel

Den Preis der Saarland Medien GmbH (3500 Euro) erhält Moritz Schultheiß als Kameramann für "Pelikanblut". Dem Kameramann gelingt es, so die Jury, die aufopfernde Mutterliebe ebenso wie die von dem kleinen Mädchen ausgehende, gänzlich emotionslose Gefahr in nachhaltigen Bildern einzufangen.

Mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis des Saarländischen Rundfunks ist Ralf Husmann für das Drehbuch von "Der König von Köln" ausgezeichnet worden. Die auf realen Begebenheiten im Kölner Klüngel basierende Gesellschaftssatire zeigt auf, wie ein Mitarbeiter des Kölner Bauamts zum Spielball eines neureichen Baumagnaten wird und immer tiefer in einen Korruptionsstrudel gerät.

Den Preis des Oberbürgermeisters der Stadt Neunkirchen (2500 Euro) nimmt Schauspielerin Alina Serban entgegen. In "Gipsy Queen" verkörpert sie eine starke, mutige, alleinerziehende Mutter, die von ihrer Roma-Familie verstoßen wurde und infolgedessen nach Deutschland kommt. Früher war sie selbst eine ambitionierte Nachwuchsboxerin und wagt mit Hilfe des Boxtrainers Tanne (Tobias Moretti) in Hamburg ein Comeback.

Finalistenwoche verschoben

Nachdem bereits die Finalistenwoche bis auf Weiteres verschoben wurde, soll die feierliche Preisverleihung im Rahmen der Filmpreis-Gala im kommenden Jahr, am 5. November 2021, in der Neuen Gebläsehalle in Neunkirchen als gemeinsames Fest für den zehnten und elften Günter Rohrbach Filmpreis nachgeholt werden.

Günter Rohrbach zählt zu den erfolgreichsten Filmproduzenten in Deutschland. Zu seinen Filmen zählen internationale Erfolgsproduktionen wie "Das Boot", "Die unendliche Geschichte" und "Die weiße Massai". Der nach dem gebürtigen Neunkircher benannte Preis wurde 2011 zum ersten Mal vergeben.

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