Eine junge Frau hält auf dem Wochenmarkt eine Avocado in ihrer Hand, davor sind Granatäpfel zu sehen (Foto: dpa/Andreas Arnold)

Corona-Pandemie verteuert Obst und Gemüse

mit Informationen von Herbert Mangold   05.06.2020 | 19:24 Uhr

Für Obst und Gemüse müssen Verbraucher derzeit deutlich tiefer in die Tasche greifen, als normalerweise um diese Jahreszeit üblich. Durch die Corona-Pandemie sind die Preise stark gestiegen.

Normalerweise sinken um diese Jahreszeit die Preise für Obst und Gemüse. Doch in diesem Jahr wird wegen der Coronakrise daraus nichts: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind im Mai im Vergleich zum Vorjahr Orangen um über 18 Prozent, Äpfel knapp 16 Prozent, Tomaten fast 27 Prozent und Paprika um über 14 Prozent teurer geworden.

Gefühlslage zu Preisaufschlägen für Lebensmittel
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.06.2020, Länge: 02:33 Min.]
Gefühlslage zu Preisaufschlägen für Lebensmittel

Für ein Kilo Tomaten zahlen Verbraucher derzeit zwischen zwei und vier Euro. Das habe er um diese Jahreszeit noch nicht gesehen, sagt Florian May vom Edeka-Markt in Saarbrücken-Brebach. Betroffen sei vor allem Importware aus den südeuropäischen Ländern, aber auch Ware, die von Hand gepflückt wird.

Das bestätigt auch der saarländische Bio-Großhandel. Gerade die südlichen Hauptexportländer mit ihrem Gemüse- und Obstanbau litten unter den Auswirkungen der Pandemie, berichtet Natascha Baltes. "Nicht nur in Deutschland sondern auch in Italien und Spanien fehlen die Erntehelfer. Dazu kommt, dass die Betriebe enorme Hygieneauflagen erfüllen müssen, die sehr kostenintensiv sind." Auch die Transportkosten seien gestiegen.

Verbaucherzentrale: Handel nutzt Situation aus

Aber nicht nur bei Obst und Gemüse gibt es einen Preisanstieg. Auch bei Fleisch und Milprodukten zahlen Verbaucher mehr. Theresia Weimar-Ehl von der Saarländischen Verbraucherzentrale kann das nicht nachvollziehen. "Bei Milch und Fleischprodukten haben wir durch die Exporteinbrüche und die fehlende Abnahme aus der Gastronomie Überschüsse. Eigentlich müssten die Preise sinken. Vor allem weil auch bei den Erzeugern die Preise gesunken sind. Aber im Handel muss der Verbraucher zehn Prozent mehr bezahlen. Offensichtlich nutzt der Handel diese Situation aus - für seinen eigenen Profit."

Hohe Nachfrage aus China

Doch der Handel sieht insbesondere bei Schweinefleisch noch ganz andere Gründe für den Preisanstieg. Die steigenden Schweinepreise resultierten vor allem aus der erhöhten Nachfrage aus China. Dort sei die Schweinepest aufgetreten und dadurch seien verstärkt ausländische Waren von China importiert worden. Das habe hier zu einem massiven Preisanstieg, sagt May von Edeka Hammes. Durch die Coronakrise nicht verteuert hätten sich hingegen Kartoffeln: Dort gebe es jetzt schon eine neue Ernte. Zudem hätten Bauern schon vor Jahren auf automatisierte Ernte umgestellt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 05.06.2020 berichtet.

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