Sechs Bühnen-Scheinwerfer leuchten in verschiedenen Farben (Foto: Pixabay)

Veranstaltungsbranche vor dem Kollaps?

  27.10.2020 | 12:24 Uhr

Der Poprat Saarland hat die Landesregierung dazu aufgerufen, die Eventkultur- und Veranstaltungsbranche besser zu unterstützen. Es habe viele Versprechungen gegeben, bislang seien aber keine der angekündigten Hilfsprogramme umgesetzt worden.

In einer Erklärung des Vereins heißt es, der Dialog mit den politischen Entscheidern sei zwar bislang fruchtbar gewesen, Dialog alleine reiche aber nicht aus. Die Branche verkrafte die Zuspitzung der Corona-Krise und das Runterfahren von Veranstaltungen nicht mehr. Um sie vor dem Untergang zu bewahren seien schnelle finanzielle Hilfen nötig.

"Viele Betriebe und Selbständige unserer Branche müssen seit Monaten mit nahezu null Einnahmen überleben. Viele ohne die Vorzüge von Kurzarbeitergeld oder Unternehmerhilfen, wie sie andere Bundesländer längst realisiert haben", so der Verein. Die Überbrückungshilfen seien auf Betriebe zugeschnitten, die mit starken Umsatzrückgängen zu kämpfen hätten, jedoch nicht auf Firmen, die komplett auf ihre Einnahmen verzichten müssten. Weitere Hilfen seien zwar angekündigt, wann die Mittel jedoch zur Verfügung stünden, sei nach wie vor ungewiss.

Keine Verantwortung für steigende Infektionszahlen

Der Poprat kritisiert außerdem, dass das Fachwissen der Branche in der aktuellen Corona-Verordnung nicht zu Rate gezogen wurde. Die erlassenen Auflagen würden die Branche völlig unbegründet hart treffen und ihr den letzten Rest Handlungsspielraum nehmen. "Unsere Sachkenntnis wäre ein Teil der Lösung des Problems, behandelt werden wir aus mangelnder Fachkenntnis, als verursachten wir die Probleme", teilte der Verein mit.

Er fordert deshalb auch ein "deutliches und unmissverständliches" Statement der Landesregierung, dass professionell organisierte Veranstaltungen mit geprüften Hygienekonzepten nicht die Auslöser der steigenden Coronainfektionen seien. Die Veranstaltungen seien nicht mit einer privaten Feierlichkeit ohne Abstand und Kontrolle zu vergleichen. Die Branche werde aber zum Sündenbock für ausufernde Feiern im privaten Rahmen gemacht.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.10.2020 berichtet.

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