Der Hauptangeklagte kommt in den Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Uwe Anspach)

Urteil im Polizistenmordprozess könnte Ende November fallen

  19.10.2022 | 15:31 Uhr

Der Mordprozess um tödliche Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar bei Kusel biegt langsam auf die Zielgerade ein. Ende November soll das Urteil verkündet werden. Am Mittwoch berichtete ein Mithäftling aus der Justizvollzugsanstalt von den Schilderungen des Hauptangeklagten zur Tatnacht.

Am 30. November soll den derzeitgen Planungen zufolge vor dem Landgericht Kaiserslautern das Urteil im Prozess um die beiden getöteten saarländischen Polizisten fallen. Das sagte der Vorsitzende Richter Raphael Mall am Mittwoch. Am 22. November stehen die Plädoyers auf dem Programm.

Video [aktueller bericht, 19.10.2022, Länge: 2:53 Min.]
Neue Aussagen im Polizistenmord-Prozess von Kusel

Seit Ende Juni steht als Hauptangeklagter ein 39-Jähriger vor dem Gericht: Er soll bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle eine Polizeianwärterin und einen Polizeikommissar mit Gewehrschüssen in den Kopf ermordet haben, um Jagdwilderei zu verdecken.

Mithäftling berichtete von Gesprächen des Angeklagten

Bei der Verhandlung am Mittwoch berichtete ein Mithäftling aus der Justizvollzugsanstalt von den Schilderungen des Hauptangeklagten zur Tatnacht. Er habe ihm im Konjunktiv unter dem Motto "So hätte es sein können" erzählt, dass er beide Polizisten getötet habe. "Ich habe ihm erzählt, was er hören wollte", sagte der angeklagte 39-Jährige danach.

Im Prozess hatte er stets gesagt, er habe den Polizisten aus einer Notwehrsituation erschossen, die Polizistin aber nicht. Die Beamtin sei von dem Nebenangeklagten getötet worden. Der 33-Jährige hat dies stets bestritten und den 39-Jährigen für den Tod beider Polizisten verantwortlich gemacht.

Weitere Patronenhülse gefunden

Außerdem berichtete ein Experte für Schusswaffen vor dem Landgericht Kaiserslautern, dass ein halbes Jahr nach der Tat in der Nähe des Tatorts eine weitere Patronenhülse gefunden worden sei. Es handele sich dabei um die 15. Hülse, die aus der Dienstwaffe des getöteten Polizisten abgegeben worden sei. Laut einer Zeugin wurde sie Mitte August von Angehörigen der Familie der getöteten Polizistin gefunden.

Die Angehörigen hätten sie am Gedenkort vor einem aufgestellten Kreuz entdeckt. Laut Gutachter war die 15. Hülse deutlich dunkler als die zuvor gefundenen. Das spreche dafür, dass sie länger im Freien gelegen habe und oxidiert sei.

Über dieses Thema berichtet auch der aktuelle bericht am 19.10.2022.

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