Polizeibeamte stehen an einer Absperrung an der Kreisstraße 22, rund einen Kilometer von dem Tatort entfernt, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Jagdschein des Tatverdächtigen seit 2020 abgelaufen

Thomas Gerber   07.02.2022 | 16:52 Uhr

Der mutmaßliche Todesschütze von Kusel, Andreas S., hat offenbar illegal Waffen besessen. Sein Jagdschein war nach Angaben des Landkreistages nicht mehr gültig. In der Vergangenheit war ihm der Jagdschein bereits einmal entzogen worden.

Der vor einer Woche wegen Mordverdachts festgenommene Andreas S. hatte lediglich bis März 2020 einen gültigen Jagdschein. Das teilte der Landkreistag dem SR auf Anfrage mit. Waffen, die in seinem Besitz waren, habe er deshalb sogenannten Erwerbsberechtigten, beispielsweise anderen Jägern, überlassen müssen. An wen genau, teilte der Landkreistag nicht mit.

Jagdschein erstmals 2010 entzogen

Dem Mann sei bereits 2010 erstmals der Jagdschein entzogen worden. Schon damals habe Andreas S. seine Waffen auf Anordnung einer berechtigten Person überlassen müssen. Diese habe dann sicherstellen müssen, dass der 38-Jährige keinen Zugriff mehr auf die Waffen hatte.

Nach Ablauf einer Sperrfrist habe Andreas S. dann Mitte 2012 und zuletzt im April 2017 erneut einen Jagdschein beantragt. Letzterer sei bis März 2020 gültig gewesen. Danach sei kein neuer Jagdschein mehr beantragt worden. Andreas S. sei danach offiziell nur noch in Besitz von Schalldämpfern gewesen.

Größeres Waffenarsenal bei Hausdurchsuchung sichergestellt

Bei der Festnahme des 38-Jährigen und seines 32 Jahre alten mutmaßliche Komplizen soll vor einer Woche bei Hausdurchsuchungen ein größeres Waffenarsenal sichergestellt worden sein. Die beiden Männer sitzen wegen gemeinschaftlichen Mordes in Untersuchungshaft. Sie sollen zwei junge Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Kusel brutal erschossen haben.

Der jüngere der beiden Tatverdächtigen hat ein Teilgeständnis abgelegt. Nach Angaben seines Anwalts hat er Wilderei eingeräumt. An dem Doppelmord sei er aber nicht beteiligt gewesen.

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