Illustration: In dem gestellten Foto klaut ein Taschendieb ein Portemonnaie aus einer Handtasche (Foto: picture alliance/Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini)

Weniger Diebstähle, etwas mehr Internetstraftaten

  25.02.2021 | 11:27 Uhr

Die Anti-Corona-Maßnahmen haben sich offenbar auch spürbar auf das Kriminalitätsgeschehen ausgewirkt. Diebstähle jeglicher Art und Körperverletzungen sind zurückgegangen, leicht gestiegen ist dagegen die Internetkriminalität, wie am Donnerstag vorgestellte Daten für Rheinland-Pfalz zeigen.

16 Prozent weniger Taschendiebstähle, ein Fünftel weniger Körperverletzungdelikte und sogar ein Viertel weniger Wohnungseinbrüche: Die Kriminalität in der ans Saarland angrenzenden Westpfalz ist im Coronajahr 2020 deutlich gesunken. Eine ähnliche Entwicklung - wenn auch nicht mit ganz so deutlichen Rückgängen - zeigt die Statistik für die Region Trier.

Weniger Tatgelegenheiten

Die Polizei führt das unter anderem auf den Lockdown und die Kontaktbeschränkungen zurück: Kriminellen hätten sich einfach weniger Tatgelegenheiten ergeben. Geschäfte waren geschlossen, die Menschen hielten sich vermehrt zuhause auf - zudem gab es Mobilitätseinschränkungen, die überregional agierenden Tätern das Leben zusätzlich erschwerten.

Auch der Rückgang bei den Körperverletzungen könnte aus Sicht der Polizei mit den Anti-Coronamaßnahmen zusammenhängen. Oftmals sei bei solchen Delikten Alkohol im Spiel - und hier habe es durch die geschlossenen Gastronomiebetriebe und abgesagte Feiern weniger brisante Situationen gegeben.

Starker Anstieg bei „Verbreitung pornografischer Schriften“

Ein leichtes Plus gab es ingesamt bei Internetstraftaten, wozu Betrugsfälle, Beleidigungen und die "Verbreitung pornografischer Schriften" - zum Beispiel Kinderpornografie - zählen. Inbesondere Verstöße gegen letzteres haben deutlich zugenommen.

Eine Rolle spielt laut Polizei dabei unter anderem die vermehrte Nutzung von Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken. Außerdem gab es im vergangenen Jahr mehr Mitteilungen der US-amerikanischen Organisation "National Centre for Missing and Exploited Children" (dt.: "Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder"). Das Zentrum melde Fälle an das Bundeskriminalamt, wenn ein deutscher Nutzer kinderpornografische Schriften zu US-Internetdiensten hochlädt.

Für das Saarland liegen noch keine Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung im vergangenen Jahr vor. Sie sollen erst in den nächsten Wochen vorgestellt werden.

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