Symbolbild: Eine mit Handschellen gefesselte Person und zwei Polizisten. (Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Erneut weniger Straftaten wegen Corona

Thomas Gerber / Onlinefassung: Anne Staut   23.03.2022 | 14:04 Uhr

Das Risiko im Saarland Opfer einer Straftat zu werden, ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurden 2021 rund 58.500 Straftaten registriert. Einen Anstieg gab es aufgrund einer Gesetzesänderung hingegen im Bereich der Kinderpornografie.

Fast durch die komplette Bandbreite der Verbrechen verzeichnet die Landespolizei im Saarland einen Rückgang. Laut der am Mittwoch vorgelegten polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2021 gut 58.500 Straftaten registriert und damit noch einmal 14 Prozent weniger als 2020, wo die Zahl der Straftaten ebenfalls bereits aufgrund der Coronapandemie zurückgegangen war.

Video [aktueller bericht, 23.03.2022, Länge: 2:05 Min.]
Kriminalität im Saarland ging um 14 Prozent zurück

Weniger Gelegenheiten für Straftaten

Der Grund für den Rückgang: Es fehlten schlicht die Tatgelegenheiten, etwa beim Wohnungseinbruch, wo es 2021 rund ein Viertel weniger Fälle gab. Viele machten im vergangenen Jahr Urlaub zuhause oder waren im Homeoffice, potentielle Einbrecher wurden abgeschreckt.

Auch bei den Körperverletzungsdelikten verzeichnet die Polizei rund 13 Prozent weniger Fälle. Das liegt auch daran, dass Großveranstaltungen wie Kirmes, Dorf- und Stadtfeste ausfielen.  

Hohe Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt

Auch die Befürchtung, dass es aufgrund von Quarantäne und Ausgangssperren vermehrt zu häuslicher Gewalt kommen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Rein statistisch gab es gar einen Rückgang.

Das Dunkelfeld bei häuslicher Gewalt ist aber schon immer hoch. Aufgrund fehlender sozialer Kontrolle wurden vermutlich weniger Fälle bekannt. Manch einem Opfer ist es möglicherweise gar nicht erst gelungen, sich von zuhause ins Frauenhaus zu retten.

Erneut weniger Straftaten wegen Corona
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 23.03.2022, Länge: 03:01 Min.]
Erneut weniger Straftaten wegen Corona

Mehr Fälle von Kinderpornografie bekannt

Stark gestiegen sind demgegenüber die Fallzahlen beim Besitz und der Verbreitung von Kinderpornografie. Der Grund dafür liegt in den USA. Dort filtert eine spezielle Suchmaschine einschlägige Fotos aus dem Netz.

Die Daten werden nach einer Gesetzesänderung inzwischen auch den Nicht-US-Ermittlern zur Verfügung gestellt. Allein das führte zu mehreren Hundert Verfahren, aktuell stehen im Saarland noch 50 Hausdurchsuchungen aus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.03.2022 berichtet.

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