Zwei Polizisten mit Schutzwesten (Foto: picture alliance / Silas Stein/dpa | Silas Stein)

Lebacher Polizei zieht frühestens nächstes Frühjahr um

  16.08.2021 | 12:59 Uhr

Erst kommendes Frühjahr können Polizistinnen und Polizisten in Lebach voraussichtlich in neue Räume ziehen. Das sagte Innenminister Bouillon im SR-Interview. Die Gewerkschaft der Polizei hatte den Zustand des jetzigen Reviers scharf kritisiert.

Vor einer Woche schlug die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland Alarm: Die Polizeiinspektion in Lebach sei für die Beamten gesundheitsgefährdend, GdP-Landeschef David Maaß sagte, 17 von 60 Polizistinnen und Polizisten klagten über Atem- oder Hautbeschwerden. Das Polizeipräsidium gab danach Untersuchungen der Raumluft in Auftrag.

Innenminister Bouillon zum geplanten Umzug der PI Lebach
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 16.08.2021, Länge: 03:53 Min.]
Innenminister Bouillon zum geplanten Umzug der PI Lebach

Die Hoffnung auf einen schnellen Umzug in neue Räume wird allerdings vorerst enttäuscht. Die Vorbereitungen dazu liefen zwar, allerdings dürften die noch einige Monate in Anspruch nehmen, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) im SR-Interview: "Ich hoffe, dass es schnell geht. Ideal wäre Mai/Juni des nächstes Jahres. Es sind noch viele Baumaßnahmen erforderlich."

Umzug in Umweltministeriums-Gebäude

Der Plan sieht vor, dass Teile des Umweltministeriums von Lebach nach Neunkirchen ziehen. Die Polizei in Lebach soll dann die freigewordenen Räumlichkeiten des Umweltministeriums nahe der Landesaufnahmestelle beziehen. Mit Umweltminister Reinhold Jost (SPD) sei dieser Umzug bereits abgesprochen, sagte Bouillon.

Aber ganz aus der Lebacher Innenstadt soll die Polizei nicht wegziehen: "Ich werde der Stadt anbieten, dass wir dort eine kleine Wache vorhalten", wies Bouillon Kritik am Umzug zurück.

Vorwürfe "unsachlich"

Die Vorwürfe über gesundheitsschädliche Räumlichkeiten nannte Bouillon im SR-Interview "unsachlich". Es habe in den vergangenen Jahren kaum gesundheitliche Beschwerden wegen der Wache gegeben, weder beim Polizeipräsidenten noch beim Ministerium. Und: "Es gibt bis zum heutigen Tage keine einzige Krankmeldung und keine offizielle Intervention des Personalrates", sagte Bouillon weiter.

Nach SR-Informationen war dem Personalratsvorsitzenden Ralf Quinten im Dezember eine Liste mit den Namen von 14 Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Lebach zur Verfügung gestellt worden, die über Juckreiz, Hautprobleme, allergische Reaktionen und Reizhusten berichtet hatten.

Bouillon sagte dagegen, erst vor einer Woche seien die Vorwürfe bekanntgeworden. Das jetzt vom Polizeipräsidenten in Auftrag gegebene Gutachten zur Raumluft soll nun Klarheit über den Zustand in der Polizeiinspektion Lebach bringen - Bouillon rechnet in etwa sechs Wochen mit Erkenntnissen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 16.08.2021 berichtet.

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