Eine ältere Frau hält den Telefonhörer in der Hand (Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand)

Polizei registriert 47 "Schockanrufe" an einem Tag

  31.08.2022 | 12:32 Uhr

Im Saarland hat die Polizei am Dienstag 47 sogenannte "Schockanrufe" registriert. Dabei täuschen die Täter zum Beispiel vor, Verwandte seien in einen Verkehrsunfall verwickelt. So bringen sie die Betroffenen dazu, Bargeld oder Schmuck zu übergeben. In zwei Fällen haben Betrüger mit dieser Masche Schäden von mehr als 100.000 Euro verursacht.

Die Polizei im Saarland warnt derzeit vor der Betrugsmasche der sogenannten "Schockanrufe". Allein am Dienstag wurden 47 solcher Anrufen im Saarland registriert.

In zwei Fällen waren die Betrüger erfolgreich und konnten von den Betroffenen Schmuck und Bargeld erbeuten. Insgesamt belaufe sich der Schaden auf mehr als 100.000 Euro, wie die Polizei mitteilte.

Betrüger setzen auf Schockmoment

In einem der Fälle täuschten die Betrüger einer 84-jährigen Frau aus Saarbrücken vor, dass ihre Tochter in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt sei. Die 84-Jährige wurde gebeten, eine Kaution zu hinterlegen, um eine Haft für ihre Tochter abzuwenden. Sie übergab laut Polizei einer angeblichen Doktorin und Notarin daraufhin Schmuck und Goldmünzen. Da sie das Erscheinungsbild der "Notarin" aber misstrauisch machte, kontaktierte die Frau daraufhin die Polizei.

Auch eine 60-jährige Frau aus dem Regionalverband Saarbrücken ist Opfer dieser Betrugsmasche geworden. Sie übergab den Betrügern Bargeld, Silber- und Goldmünzen.

Die Polizei warnt, dass die Betrüger mit dieser Masche gezielt auf den Schockmoment bauen. Ziel sei es, ihre Opfer zeitlich unter Druck zu setzen, damit diese unüberlegte Entscheidungen treffen.

Interview: "Bei Schockanrufen ruhig bleiben, die Nummer notieren"
Audio [SR 3, Simin Sadeghi / Sebastian Schmidt, 31.08.2022, Länge: 04:15 Min.]
Interview: "Bei Schockanrufen ruhig bleiben, die Nummer notieren"

So kann man sich vor Telefonbetrug schützen

Außerdem gibt die Polizei Tipps, wie man sich vor Telefonbetrug schützen kann:

  • Bei Unsicherheit darüber, wer anruft und wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte man besser auflegen.
  • Den Angehörigen, um den es geht, anrufen.
  • Die Polizei kontaktieren.
  • Am Telefon nicht über persönliche finanzielle Verhältnisse sprechen.
  • Kein Geld und keine Wertsachen an unbekannte Personen übergeben.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2022.

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