Polizisten im Einsatz (Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa)

Polizei schickt Hilferuf an Bouillon

  26.07.2019 | 15:02 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert Innenminister Klaus Bouillon (CDU) für seine Behauptung seit 2016 insgesamt 340 neue Stellen in der Saar-Polizei geschaffen zu haben. Damit erwecke er einen falschen Eindruck. Tastächlich gebe es heute 300 Beamte weniger als 2012.

Das Landespolizeipräsidium habe vor wenigen Tagen erst einen Hilferuf an das Ministerium geschickt in dem es vorrechnet, dass die Polizei mittlerweile 300 Beamtinnen und Beamte weniger als noch 2012 habe, so der Landesvorsitzende der GdP, David Maaß. Die Aussage Bouillons hingegen suggeriere, dass das Personalproblem der Polizei in gravierenden Ausmaß nicht existieren würde.

Video [aktueller bericht, 26.07.2019, Länge: 2:58 Min.]
Polizei-Gewerkschaft kritisiert Personalmangel

Der Innenminister rechne Ersatzstellen für Pensionäre als neue Stellen. Zudem bleibe unerwähnt, dass ein neu eingestellter Polizist mitunter dreieinhalb Jahre benötige, um ein fertig ausgebildeter Vollzugsbeamter zu werden.

"Polizei hat 1000 Beamte verloren"

Maaß: "In den letzten 25 Jahren haben die Regierungen unter Lafontaine und Kramp-Karrenbauer in der Polizei annähernd jede dritte Stelle abgebaut." Die saarländische Polizei habe 1.000 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte verloren. "Ich ermahne Innenminister Klaus Bouillon, diese Misere nicht schön zu rechnen."

Interview: "Wir sind wie ein zu kleines Tischtuch für einen zu großen Tisch"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger / David Maaß, 26.07.2019, Länge: 04:20 Min.]
Interview: "Wir sind wie ein zu kleines Tischtuch für einen zu großen Tisch"

Demmer beklagt Personalmangel
Saarlouiser OB fordert mehr Polizeibeamte

Über dieses Thema hat auch die Region am Nachmittag vom 26.07.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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